Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1904)
- Article
- Moses und Hammurabi
- Date
- 1904-07-01
- Page
- 385 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829776-2829784-2885478--32919-2885504- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
)ffoses und }(ammurabi. Von D. Feuel1twa11g\ Der sechste König der ersten babylonischen Dynastie, Hammurabi, ist der Schöpfer des grossbabylonischen Reiches. Durch Besiegung Rim-Sins, Königs von Larsa und Sumer-Akkad, und die Vereinigung des Nordreichs mit dem Südreich und Erhebung Babylons zur Haupt- und Residenzstadt, ist er der Begründer des bis in die Seleuzidenzeit dauernden Glanzes und Ruhmes Babylons geworden. — Seine Zeit (um 2250) ist das goldene Zeitalter des bab. Reiches. Die späteren chaldäischen Könige des neubabylonischen Reiches, Nabopolassar und Nebukadnezar, suchen ihren Inschriften Nimbus und Würde dadurch zu verleihen, dass sie Styl und Schrift Hammurabis verwenden. Hammurabi war ein grosser, stolzer König, an Land und Siegen reich. Seine erste Sorge war die wirtschaftliche Hebung des Landes. Fruchtbarkeit des Bodens, Verkehr und Handel sucht er zu heben. Der grosse Kanal, den er anlegte, heisst: Hammurabi ist der Segen des Landes. Mit Recht durfte er sich die »Sonne Babyloniens« nennen. Das Kulturbild, welches die Gesetzessammlung dieses Königs vor uns aufrollt, ist gross. Es sind lebensvolle Bilder aus der Wirklichkeit eines uralten, blühenden Staatswesens. Er war nicht nur der Mehrer und Ernährer, sondern auch der Lehrer und Gesetzgeber seines Volkes.. Der in der Akropolis von Susa durch eine französische Expedition in den Monaten Dezember 1901 bis Januar 1902 zutage geförderte Denkstein Hammurabis ist fraglos eine der merkwürdigsten Urkunden der Menschengeschichte. Das Gesetzbuch des Hammurabi umfasst 282 §§ und beginnt folgendermassen •. »Als. Anu, der Erhabene, der König der Anunaki, und Bel, der Herr von Himmel und Monatsschrift, 48. Jahrgang. 25