Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1904)
- Article
- Isaak b. Mose Or Sarua
- Date
- 1904-06-01
- Page
- Seite 361 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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361 3saak b. Jvlose ör Sarua. Von J. Wellesz. (Fortsetzung). III. Die Einteilung und Redaction des Werkes. Die ersten beiden Teile des Or Sarua unterscheiden sich von den neueren, von Benjamin Posen in Jerusalem 1877 und 1890 herausgegebenen in der Behandlung des halachischen Stoffes. Während jene das Gepräge eines Sammelwerkes, das Streben nach Sichtung des Materials und von einer systematischen Ordnung eben nur den Versuch zeigen, deren letzte Redaction nicht vom Verfasser herrührt, bilden diese auch zeitlich späteren Teile einen auf die talmudische Reihenfolge bezugnehmenden Commentar. Die ersten beiden Teile bestehen aus הלכות, die neuere Folge aus פסקים. Es fehlt dem Verfasser der ordnende Geist Maimunis, darum spiegelt sein Werk die Eindrücke der böhmischen, deutschen und französischen Schulen wieder. Die verschiedenen Ansichten seiner Lehrer und Zeitgenossen treten aus dem Rahmen des Werkes heraus und erdrücken gewissermassen den Verfasser selbst. Allein Isaak b. Mose schwebte bei seinem Buche keineswegs der Codex Maimunis als Muster vor — wie dies I. H. Weiss in seinem Dor Dor we-Dorschow behauptet — sondern die Halachoth des Alfassi galten ihm als Vorbild. Wie Alfassi, so ist es auch ihm nicht um die Entscheidung der Discussion, sondern um die Discussion selbst zu tun. Darum führt er die Erklärungen seiner Lehrer und Vorgänger, oft einen wörtlichen, immer einen sachlichen Auszug des strittigen Gegenstandes an, nimmt aber zumeist auf die bestehenden Verhältnisse Rücksicht und behandelt selbst