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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-06-01 · Heft 6 (Juni 1904) · p. Seite 339

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 6 (Juni 1904)
Article
Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
Date
1904-06-01
Page
Seite 339 (sequence 12)
Language
German
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Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. 339 und seine eigenen, und war daher vielleicht die Antwort auf eine Schrift, den Dialogus des Theologen Jakob L a t o m u s über die drei Sprachen1). Mit scharfen Worten greift er in der Rede diejenigen an, die eine Kenntnis der Sprachen als etwas Unwichtiges darstellen, er nennt sie Feinde der Universität, weil sie ihr nicht die Eigenschaft einer wirklichen Universitas litterarum gönnten; da handeln die Italiener in ihren Schulen und Paris anders, und er selbst sei es sich auch aus Rücksicht auf seine Ehre und seinen Ruf schuldig, sich gegen nicht zu ertragende Beschimpfungen zu wehren. Origenes, Hieronymus und Augustinus haben die Sprachen, und zumal das Hebräische, für unentbehrlich bei ihren Studien gehalten. Papst Clemens V. hat in Übereinstimmung mit dem Konzil von Vienne verlangt, dass an den Universitäten der Kurie, in Paris, Oxford, Bologna und Salarnanca Lehrer für Hebräisch, Griechisch und Chaldäisch angestellt würden. Überall wird jetzt für die Sprachen gesorgt, und Hieronymus Buslidius hat recht getan, als er, selbst mit Verkürzung seiner Brüder, sein Collegium stiftete. Es ist nicht genügend, dass alles übersetzt ist, auch Hieronymus hat schon Übersetzungen vorgefunden und doch mit Frucht aufs neue übersetzt, und so verbietet nichts, auch nach Hieronymus wieder zu den Quellen selbst vorzudringen, denn auch Hieronymus war ein Mensch, er hat vieles nicht gewusst, bisweilen hat er geschlafen, manches hat er zufällig übersehen, manches ist nicht widerspruchsfrei ausgefallen, vieles ist verdorben worden. Aber auch zu dem, was er bemerkt, ist die Kenntnis des Hebräischen notwendig, wie er selbst darauf hinweist. Gerade jetzt ist es Zeit, Hebräisch zu 1ernen, da die Juden selten geworden und nur wenige unter!) Angeführt von L. Geiger in den Jahrbüchern für Deutsche Theologie, XXI, 201, und von P. Kalkoff, Die Anfänge der Gegenreformation in den Niederlanden, I, 71. 22*

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