Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1904)
- Article
- Die Paulinische Lehre vom Gesetz
- Date
- 1904-06-01
- Page
- 321 (sequence 1)
- Language
- German
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Sie Paulinische £ehre vom Qesetz. Nach ihren Quellen untersucht von Moritz Löwy. (Fortsetzung). II. Christus Ende des Gesetzes. Vielleicht ahnte Paulus selbst die Unzulänglichkeit oder doch die Lückenhaftigkeit seiner obigen Beweisführung für die »Bezeugtheit« eines allein selig und gerecht machenden »Glaubens an Christus Jesus«. Wenigstens versucht er es damit in einem späteren Abschnitte des Römerbriefes (9, 30—10, 14) noch einmal, und zwar, wie wir gleich sehen werden, in einer von der bisherigen — inhaltlich — ganz abweichenden Art. Hier hat es der Apostel nämlich (wie schon vom Beginne des 9. Capitels ab) vorzüglich mit den Juden zu tun, welche, wie er sagt, im Gegensatz zu den gläubigen Heiden, nicht zur Gerechtigkeit gelangt seien. »Warum? Weil sie nicht vom Glauben ausgingen, sor:- dern es von Werken aus versuchten« (9, 30 ff.). Er müsse ihnen ja bezeugen, fährt der Apostel fort, dass sie »um Gott eifern, nur nicht mit Verstand. Die Gerechtigkeit Gottes verkennend, ihre eigene aufzurichten bemüht, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen. Denn Christus ist des Gesetzes Ende, um jeden, der glaubt, zur Gerechtigkeit zu bringen. Denn Moses schreibt von der Gerechtigkeit durch das Gesetz: ״״Der Mensch, der sie tut, der wird dadurch leben““. Die Gerechtigkeit aus dem Glauben aber sagt so : »»Du sollst nicht in Deinem Herzen sprechen, wer wird zum Himmel hinauffahren«« — das ist, um Christus herunter zu holen — »»oder: wer wird in die Unterwelt hinunter fahren«« — Monatsschrift, 48. Jahrgang. 21