Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1904)
- Article
- Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
- Date
- 1904-05-01
- Page
- Seite 298 (sequence 16)
- Language
- German
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298 Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. die Angelegenheit nicht recht in Fluss. Einen vollen Monat später wiederholte Adrian nochmals sein Gesuch, das Luther wieder an Spalatin weitergab1), ohne dadurch eine Beschleunigung der Sache herbeizuführen, und noch im Februar 1520 war nichts entschieden2); worin der Grund für die Verzögerung lag (vielleicht in zu hohen Forderungen Adrians), ist nicht ersichtlich. Da empfahl ״der Leibarzt des Kardinals Alb recht von Mainz und Magdeburg Gregorius Coppus Calvus (Koppe oder Koppe aus Kalbe) in Magdeburg3), der einst in Wittenberg studiert und 1513 einen Ruf als Mediziner erhalten hatte4), unter dem 6. Fabruar Spalatin sehr lebhaft einen andern Lehrer des Hebräischen5), den er bei sich aufgenommen hatte, um im Verein mit dem Prediger M. Andreas von ihm die Sprache zu lernen, Werner von Bacharach, der die Absicht hatte, nach Wittenberg zu reisen, wenn ihm vom Kurfürsten eine »honesta conditio, tanto homine digna«, angeboten würde, weil ihm Coppus geraten hatte, dahin und nicht nach einem andern Orte zu gehen. Er rühmte ihn als einen Jüngling von den besten Anlagen, gelehrt im Lateinischen, sehr gelehrt im Hebräischen, der so vollkommen die hebräische Sprache beherrsche, dass er alles, was ihm immer von hebräischen Schriften vorgelegt wurde, auf der Stelle aufs beste interpretiere und das Eigenartige der hebräischen ג) Luther an Spalatin, Wittenberg, 7. Dezember 1519. Enders, II, 272. 2) Luther an Spalatin, Wittenberg, 24. Februar 1520. Enders, II, 331. 3) Zu Coppus, vergl. G. Bauch, Die Anfänge der Universität Frankfurt a. a. O., 79, 82, 92, 109. 4) Album 1502: Gregorius Koppe ex Caluis. In Leipzig, S. S. 1500, wird er als Saxo bezeichnet. W. G. A., Reg. O. 312. S. o. 5) Der Brief steht bei I. K. Seidemann, Zur Reformationsgeschichte IV, in den Theologischen Studien und Kritiken, Jahrgang 1876, 728, 729.