Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1904)
- Article
- Die Paulinische Lehre vom Gesetz
- Date
- 1904-05-01
- Page
- Seite 268 (sequence 1)
- Language
- German
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268 Die paulinische £ehre vom Qesctz1). Nach ihren Quellen untersucht von Moritz Löwy־. I. Das Gesetz und der Glaube. Rechtfertigung durch den Glauben. »Weil wir aber erkannten, dass der Mensch nicht gerechtfertigt wird aus Gesetzeswerken, sondern nur durch den Glauben an Christus Jesus, so haben auch wir den Glauben an Christus Jesus angenommen, damit wir gerechtfertigt werden u. s. w.«, Gal. 2, 16 »Nun aber ist Gottes Gerechtigkeit offenbar geworden ausserhalb des Gesetzes, wiewohl bezeugt von dem Gesetz und von den Propheten, nämlich Gottes Gerechtigkeit durch den Glauben an Christus Jesus, für alle, die da glauben«, Röm. 3, 21 f. Dies ist der neue Heilsweg, den der Apostel Paulus verkündigt. Nicht als absolut neuen, nein, er ist vielmehr derjenige, der schon von allem Anfang an dazu bestimmt war, und zwar gleich als der wahre und einzige; nur ist er, als solcher, eben erst jetzt »offenbar geworden«, um den bisherigen (falschen) Gesetzesweg endlich zu verdrängen und zu ersetzen. Sehen wir vor allem zu, auf welche Weise Paulus ihn, wie er sagt, von dem Gesetz und von den Propheten »bezeugt« findet. Die negative Seite dieser vorgeblichen Bezeugung, nämlich alles das, was sich auf die Unmöglichkeit einer Rechtfertigung aus dem Gesetz und seinen Werken bezieht, ist uns bereits hinlänglich bekannt. Wir werden uns hier demnach vorzüglich nur mit dem positiven x) Eine erste Reihe von Aufsätzen über diesen Gegenstand brachte der vorige Jahrgang S. 332 ff., 417 ff., 534 ff. Wir beginnen hiermit eine zweite Reihe.