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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-04-01 · Heft 4 (April 1904) · p. Seite 250

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 4 (April 1904)
Article
[Rezension]
Date
1904-04-01
Page
Seite 250 (sequence 3)
Language
German
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250 Besprechungen. zu falschen Schlüssen führen, und es genügt an die Namen Ferdinand Cohn und N. Fringsheim unter den Botanikern und den als Juden geborenen L ad e nb urg unter den Chemikern zu erinnern, um das Falsche der Ansicht zu erweisen. Wenn aber der Verfasser trotz seines Vor- Urteils den Nachweis einer Wechselwirkung zwischen dem Juden und dem Künstler in Liebermann versucht, so ist es nicht verwunderlich, wenn er, uns wenigstens, nicht völlig überzeugt. Am treffendsten kommt die Idee des Werkes in dem Kapitel zum Ausdruck, das von Alfred Gold dem Schwarzweisskünstler E. M. Lilien gewidmet ist. ln diesen Zeichnungen einer genialen Künstlernatur pulsirt jüdisch-nationales Leben. Fast in allen Proben seines Könnens finden wir die edelste Linienführung, besonders in seinen eigenen Exlibris, in den Zeichnungen zu Juda, in den Liedern des Ghetto. Dieser Teil bietet dem Leser und dem Betrachter den grössten Genuss, da hier Goethes Mahnung, über Kunst nur im Ansehen der Kunstwerke selbst zu sprechen, durch die Fülle trefflicher, originalgetreuer Reproductionen entsprochen ist. Der vom Herausgeber verfasste Artikel zu Lesser Ury ist von Ueberschwänglichkeiten nicht durchaus frei. Wir sind zwar der Meinung, dass, wenn zwei ein Kunstwerk betrachten, derjenige, der etwas sieht, Recht hat gegenüber dem, welcher nichts sieht. Aber man vergleiche auf Seite 56 das Bild Jerusalem mit dem Text: »Aber die Ewigkeit spricht aus ihm. Und aus dem jungen, wagemutigen, hoffnungstrunkenen neben ihm, durch dessen edlen Rassenkopf die frische Lebenskraft des Volkes wie ein Glutstrom fliesst, Visionen, Ideen, Pläne erregend. Er kennt den Abgrund des Unheils und der Gefahr bis in die letzten Untiefen hinein; und doch geht sein freier stolzer Blick weit hinaus über die Wasser zu fernen Ländern, zu neuen Anfängen, zu ungebeugtem Ringen. Hier ist Freiheit, Kühnheit, Kraft, Zukunft. Kampf-

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