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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-04-01 · Heft 4 (April 1904) · p. Seite 224

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 4 (April 1904)
Article
Heinrich Graetz
Date
1904-04-01
Page
Seite 224 (sequence 1)
Language
German
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224 Heinrich Graetz. Ein Lebensbild. Heinrich Graetz. £in £ebensbild. Von PMlipp Bloch, Posen. (Fortsetzung). Vorläufig tauchten allerlei Hoffnungen in schwankenden Umrissen vor seinem Blicke auf und nahmen allmählich doch festere Gestalt an; es winkte ihm endlich die Aussicht auf eine ehrenvolle Lebensstellung, die er so heiss ersehnt und erstrebt hatte. Eine grössere Gemeinde Oberschlesiens, dermalen nach Breslau wohl die zweitgrösste oder wohlhabendste in Schlesien, Gleiwitz, suchte für das erledigte Rabbinat einen Mann, der mit rabbinischem Wissen ausgerüstet, auf der Höhe moderner Bildung stehen und einem besonnenen, massvollen Fortschritt sich zuneigen sollte. Auf Graetz, dessen schriftstellerischer Ruf bereits in jene Gegend gedrungen war, richtete sich das Augenmerk aller Spruchbefugten in jener Gemeinde, er erschien als der für diesen Posten geeignetste Kandidat, der durch Geist und Wissen den verschiedenartigen, wenig geklärten Anschauungen und Ansprüchen ebenso zu imponiren, wie zu entsprechen verstehen würde. Sämtliche Stimmführer erklärten sich für ihn, und es erübrigte nur noch, dass er, wobei man nicht im Mindesten am Gelingen zweifelte, durch die eine oder andere Predigt eine Probe seiner homiletischen Befähigung ablege und die anderen Kreise der Gemeinde an sich ziehe. Vor den hohen Feiertagen traf bei Graetz eine hebräische Zuschrift des Vorstandes aus Gleiwitz ein, welche in den schmeichelhaftesten Ausdrücken abgefasst und die Anwartschaft auf das Rabbinat in sichere Aussicht stellend, ihn einlud, am Versöhnungsfest 1845 (5606) in der Syna-

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