Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 3 (März 1904)
- Article
- [Nachricht] / Levy, Ludwig
- Date
- 1904-03-01
- Page
- Seite 191 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Kurze Mitteilungen. 191 Artikel, der die Entwickelung der psychologischen Betrachtungsweise der Religion in der Neuzeit verfolgt. “ [48] Im Novemberband (1903) der Preussischen Jahrbücher (S. 205—224) gibt Eduard von Hartmann einen Abriss von »Dorners Religionsphilosophie«. August Dorn er (Grundriss der Religionsphilosophie. Leipzig, Dürr 1903, XVIII u. 448 S.) knüpft an die religionsphilosophische Entwickelung von Lessing bis Lotze an, mit der unsere heutigen Theologen kaum noch Fühlung haben. Mit Lessing und G. Fichte nimmt er an, dass das Heil nicht aus zeitlichen geschichtlichen Vorgängen, sondern nur aus ewigen metaphysischen Wahrheiten kommen kann. Auf Schleiermacher stützt er sich hinsichtlich der persönlichen Innerlichkeit des religiösen Erlebens, ohne darum dem Gefühl eine andere Bedeutung als die eines Reflexes des realen Seelenzustandes für das Bewusstsein beizumessen. Mit Hegel verbindet ihn die phänomenologische und evolutionistische Auffassung der Religion, ohne ihm einzuräumen, dass die religiöse Wahrheit auf der Stufe der »Vorstellung« stehen bleiben müsse, anstatt sich zur Stufe des Begriffs zu erheben. Von Schelling entlehnt er leider die Verwechselung der Principien oder Attribute Gottes mit den weltlichen Erscheinungssphären, die Auffassung der Schöpfung als Entlassung der göttlichen Potenzen aus ihrer überweltlichen Einheit zu einer relativen Selbständigkeit im Weltprozess und in[methodologischer Hinsicht die Annahme eines besonderen Organs des spekulativen Denkens. Mit den Halbpantheisten (Weisse, H. Fichte, Ulrici, Lotze, Cariere) sucht er eine Synthese von Theismus und Pantheismus. Gleich Lotze fasst er das Selbstbewusstsein oder Ich als einen realen Konzentrationspunkt ein- und ausgehender Wirkungen auf (S. 206). Auf S. 351 seines Werkes meint Dorner, es wäre zu untersuchen, »ob nicht die religiöse Phantasie am besten durch eine freie und weitblickende religiöse Wissenschaft, das Bedürfniss der Betätigung des religiös-