Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 3 (März 1904)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1904-03-01
- Page
- Seite 186 (sequence 2)
- Language
- German
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186 Besprechungen. veranlasst, das Buch Bousset's einer ausführlichen und gründlichen Kritik zu unterziehen, die zu einem verniclv tenden Urteil über dasselbe führte. Er zeigt die eben genannten Quellen der Fehler (p. 33) und weist auf die Widersprüche hin, an denen das Buch leidet, weil es dem Verfasser nicht immer leicht wird, dem Judentume Oe״ rechtigkeit widerfahren zu lassen und Gutes von ihm aus- Zusagen. Auch da, wo die Quellen unzweideutig zur Anerkennung zwingen, wird das Lob durch eine Reihe einschränkender, »Wenn« und »Aber« auf das Mindestmass zurückgeführt. An einzelnen Capiteln, wie dem der Ethik (52—88) oder dem des Gottesbegriffs (p. 119—130) weist P. besonders die Mängel nach, die aus Vorurteil oder Unkenntniss entstehen. Vielleicht ging der Verf. mitunter zu weit und vermutete Unwissenheit auch da, wo solche ausgeschlossen ist, aber im ganzen ist er mit seinen Ausführungen im Recht; wenn er bisweilen im Ton verletzend wird, so gilt das nicht der Person B’s. sondern dem in seiner Arbeitsmethode zum Ausdruck kommenden System. — Durch Perles’ Polemik sah sich B. zu einer Erwiderung veranlasst, die durch ihre im ganzen gemässigte Haltung und das Zugeständnis von etlichen Irrtümern das von Güdemann bereits gerühmte ernste Streben des Verfassers nach Ermittelung der Wahrheit bestätigt. Aber in anderen Punkten zeigt er doch, um seine eigenen Worte zu gebrauchen, »dass niemand aus seiner Haut heraus kann«. Wir müssen daher hier auf einzelnes Wichtige näher eingehen: 1. Niemand bestreitet B. das Recht, seine Aufgabe möglichst weit zu stecken und die Literatur der »Volksfrömmigkeit« ebenfalls in den Bereich der Untersuchung zu ziehen. Was Perles ihm vorgeworfen hat, ist, dass er die Frömmigkeit der »Schriftgelehrten« völlig vernachlässigt und in dem Irrtum lebt, die jüdische Religion vollständig dargestellt zu haben, während in Wirk-