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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-03-01 · Heft 3 (März 1904) · p. Seite 129

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 3 (März 1904)
Article
Isaak b. Mose Or Sarua
Date
1904-03-01
Page
Seite 129 (sequence 1)
Language
German
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129 3saak b. ]lose Qr Santa. Von J. Wellesz. I. Einleitendes. Das Werk Or Sarua des R, Isaak b. Mose aus Wien ist für die Entwicklung der Traditionswissenschaft von hervorragender Bedeutung. Denn es führt uns nicht nur in die französischen, deutschen und böhmischen Talmudschulen des XIII. Jahrhunderts, sondern zeigt uns auch den Weg der späteren Vollendung der Halacha. Auf die Entstehung desjenigen grossen Sammelwerkes, das dem Codex des R. Joseph Caro zu Grunde liegt, auf die Turim des Jacob ben Ascher, haben, die deutschen Schulen eingewirkt, die von den französischen abhingen. Deutsche Talmudjünger übernahmen die Erklärung und dialectische Behandlung des halachischen Stoffes, verbreiteten diese Lehrweise in Deutschland, und zwei Jahrhunderte später war es ein deutscher Lehrer, Ascher b. Jechiel, der diese Lehrweise in Spanien heimisch machte. Es scheint, der Weg von Frankreich nach Spanien führte über Deutschland. Jedenfalls zeugt dieser Umstand von einem Kreisläufe des Geistes, wie in verflossenen Jahrhunderten die palästinischen Schulen auf die babylonischen, diese wieder auf jene eingewirkt haben, und wie in späterer Zeit das Talmudstudium durch eine sonderbare Fügung — von der uns Abraham Ibn Daud erzählt1) — aus dem Orient nach dem Westen gedrungen war, um in erweitertem Masse und in einem grösseren Kreise seinen Weg wieder nach dem Osten zu suchen. Es Hesse sich dieser Kreislauf auch auf x) Sepher ha-Kabbalah, ed. Prag, 48 b. Wird auch die Begebenheit in jüngster Zeit anders ausgelegt, so kann die Tatsache selbst, dass das Talmudstudium aus dem Orient nach dem fernen Westen gebracht wurde, nicht beanstandet werden. Monatsschrift, 48. Jahrgang;. 9

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