Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1904)
- Article
- Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
- Date
- 1904-02-01
- Page
- Seite 86 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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86 Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. die Sprache in den Dienst der Theologie stellte, ihr jedoch eben auch nach dem Vorgänge Wittenbergs die dauernde Vertretung an allen deutschen Universitäten und damit den Boden zur späteren Entfaltung verschafft hat. Der Vorschlag Reu ch lins lautet: kan ich fürwar bessers nit raten nach meiner klainen verstentnus, dan das die kaiserliche] M[aiestät] vmb Gottes vnd vnsers cristenlichs glaubes willen bey den hohen schulen in teutschen landen verfüge, das ain yegkliche vniuniersitet müss X. jar zwen maister halten, die do künden vnd sollen die studenten vnd schuler in hebräischer sprach leren vnd vnderweissen, wie die Clementin anzaigt vnd vsswaisst, sub titulo De magistris prima. Darzu sollen vns die iuden, so in vnsern landen sitzen vnd wonen mit leihung der bücher gutwilligklich vnd nachbeurlich beholffen sein vff zimlich caucion und one iren schaden, so lange bis wir durch den truck oder handgeschrifft aige bücher überkommen möchten. So hab ich kainen zwyfel in kurczen iarn werden vnsser Studenten in sollicher habraischen sprach so gelert, das sie mit vernünftigen vnd freuntlichen Worten die iuden künden vnd mögen senftmütigklich zu vns bringen, nach inhaltung des gaistlichen rechts C. Qui sincera et C. De iudeis xlv dis«:, etc. Die Vorgeschichte des Hebräischen in Wittenberg, zu der wir nun endlich kommen, lässt sich in wenig Worte zusammenfassen, zumal da wir hier nur nötig haben, an anderer Stelle Zerstreutes zu sammeln. (Fortsetzung folgt).