Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Wer war R. Mose Mariel?
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 572 (sequence 4)
- Language
- German
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"Wer war K. Mose Mariel. ersichtlich, dass K. Mose ein umfangreiches und gediegenes halachisches Wissen besessen hat. Als die ruchlosen 1 LelfW-shelfer des Trienter Bischofs II indorbaeh 1475 das durch entsetrdiche Foltonjiialon erpresste erlogene Geständnis!* protokollierten, dass er die Kchtheit angeblichen CbristenblUtes bescheinigt hätte*7), ist er wohl nicht, mehr am Lehen gewesen, da 1474 sicherlich 1L AI ose Minz bereits als Rabbiner in Posen im Amte war5**); Was aber die Triontiner Protokolle angeht, so stellte schon 147b der Bischof von Yentimiglia, der im Auftrage des Papstes den Bitunlmordproeess revidierte, fest, dass die Xotare, die ein Jahr vorher die Protokolle geführt haben, summt und sonders gemeine Fälscher gewesen sind, die offen gegen Treue und Glauben gehandelt haben*'•’). ftSotiz. Dir ..Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Irin nunmehr mit ihrem Programm .hervor. Bekanntlich wurde in der Generalversammlung am 21. April dieses Jahres auf Anregung des Herrn l)r. Gustav Karpcles der Beschluss gefasst, einen Grundriss der Wissenschaft des Judentums herauszugeben, der in Einzeldarstelhingen das Gesammtgebiet dieser Wissenschaft Umfassen soll. Es wurde ein Comitee eingesetzt, zur Redaktion des Entwurfs, bestehend aus den Herren Professoren B a c 11 e r und C o h e n und den 1 lerm Rabbinern Dr. Oii dem an n, Bloch, Krön er, Luens und dem Antragsteller. Nach eingeliender Beratung kam man überein, die Anzahl der Monographien zunächst auf '30 fest zu setzen, doch sind Ergänzungsbiimle dabei ausdrücklich vorgesehen. Oie zur Mitarbeit eingeladenen Gelehrten, die meist mit freudigem Ififer zugesagt, einigten sich in der Hauptsache dahin, dass es nicht sowohl auf die Masse des gebotener; Stoffes aukomme, als vielmehr auf dessen geistige Durclulringung. zusammenhängende und verständnisvoll geordnete Darstellung, die trotz der streng wissenschaftlichen Grundlage doch zugleich das hueresse der Gebildeten erwerben und diese belehren könne. Das Resultat der langen und schwierigen Verhandlungen ist das folgende Programm in drei Abteilungen das nunmehr der (}Öffentlichkeit zum erstenmale vorgelegt wird. *ל) H i 1 de 8 h e i m or, Simon von Trient, S. 24. — 2«J. EGA. Mose MLnz, Nr. 114. — 2*) ״Dixifc, ornties notarios iilos Tridentinos esse falfarios nee iidelitor ©t juste scripserunt“, eitiert Hildesheimer a. a. 0. S. 15, n. 3. Vgl. das Urtheil Scherers in seinem Buch, ״über die Rechts- Verhältnisse der Juden in den doutsch-üsterreichiselion Ländern״ (Leipz. 1ÜÜ1), S. 613. ״Es kann nicht einmal von einem Justizmorde in diesem Palle di© Rede sein, sondern die Untersuchung und Verurtheüung der Trientex Juden muss als ©in von Bernardin von Jfoltre und anderen Judenfeinden im voraus verabredetes und auf Grund eines wohl über- )egten Planes ausgeführtee Komplott zum Yerdeiben der Juden berairhnet werden״.