Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Paulinische Lehre vom Gesetz
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 535 (sequence 2)
- Language
- German
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Die Paulinisehe Lehre vom Gesotz. 035 Fürwahr, auch so noch genug des ״Verblüffenden״ im Munde eines ehemaligen Juden. Zumal in Verbindung mit der von Paulus daraus gezogenen weiteren Oonsequenz, dass dies — und gar nichts Anderes — auch der ursprüngliche mul beabsichtigte erste Zweck des Gesetzes gewesen sei. Und dennoch fehlt es auch in der traditionellen Litteratur nicht an Betrachtungen, welche beinahe einen ähnlichen Ton nnschUigen. So schildert einmal ein ungenannter Lehrer den Vorgang in der Seele Mose’s anlässlich der Aufstellung des goldenen Kalbes und der Zertrümmerung der (ersten) Gesetzestafeln wie folgt.: ,,Fr nahm sie (die Tafeln) und stieg hinunter mit grosser Freude. Als er aber jene* Unthat gewähr ־wurde, da sprach er: wie, sollte ich ihnen diese Tafeln bringen, sie damit, auf schwere Gebote verpflichten und sie so (durch die unvenneidliche Uobertretung derselben) dem Tod(.* weihen'?! Und er wollte umkehren u. s. \v.wl) Klingt dies ־nicht in der Tliat wie ein ferner Wiederhall des paulinisehen Wortes (Dom. 7, 10): ״Und so schlug das Gebot, dessen Zweck das Leben ist. für mich zum Tode aus״? — Noch verfänglicher aber klingt folgende!Stelle: ״״Leberredet hast du mich, .Herr, und ich ward überredet; Gewalt thatest du mir an, und ich ward überwältigt (Jercm. ~0, 7). So •spricht die Gemeinde Israels vor Gott dem Herrn: Du überredetest mich so lange, bis du mir das Gesetz gabst und mir damit das Joch der Gebote auf den Hals legtest, wodurch ich schuldig wurde. Hatte •ich das Gesetz nicht em- ])fangen, so gliche ich den übrigen Völkern, für die kein Lohn, aber auch keine Strafe2״). Worin die ״ Ueberredung* D Abotl! di 12. Nathan C. IL: :צדן וירד והיה שמח שמחה נדיר׳ כיון שראה אייתו סי־חו; שסייחו ב מ עיצה עגל א׳ היאך אני :ותן להם את הלוחות בזקיק:״ אותם למצוות המורות ומחייב:״ אות; מיתה לשמים . , . הזר לאחוריו etc. ($. auch die (larauffolgonde /.weite Version im Na tuen K. Jose dos Galiläers). Die schweren Gebote (מצוות חמורות) sind diejenigen, auf deren TJebertretung die Strafe der Ausrottung (oder sonst eine Todesstrafe) gesetzt ist. Aber sie sind es auch noch aus einem anderen Grunde, nämlich weil ihre Erfüllung eine schwere ist — wie Paulus etwa aasen würde, wegen des ״anderen Gesetzes in den Gliedern“ (Rom, 7, 23). 2) Pesiltha rabb., cd. Eriedmann, p. 107a (anonym):פתי תני ה׳ ואשת חזקתני ותוכל אמדה כנסת ישראל לסני הקב׳יה רבש״ע סיתיתני עד שנתת לי את התר׳ ונתת עול מצוות על צווארי ונענשתי בהם אילו לא קבלתי את התו׳ הייתי כאחת האומות לא שכר ולא עונש•