Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Vorlesungen Ad. Harnacks über das Wesen des Christenthums
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 534 (sequence 21)
- Language
- German
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534 Dio Vorlesungen Harnaoks über <I;1h West1!! des Christenthimis. ersten Sünde, und der Sintfluth, wie in seinem Offenbarung.־* *־ glauben mit der Bibel!infwei.st»1). Es .«iud in allen diesen Ländern keine Alassenbewegungen vom Judenthum ausgegangen, ihm sind die Gläubigen nicht in Scharen zugeströmt, ihm ist nicht die Eroberung ganzer Völker und Reiche zu Theil geworden. Wohl aber bat es in den verschiedensten Ländern und Kreisen die Seelen Einzelner gewonnen und seine Lehren und Sitten w eithin sich ausbreiten sehen. Diese Ausbreitung erschien ihm so werthvoli, dass ein Schriftgelehrter des 3. nachchristlichen Jahrhunderts in Anlehnung an einen Bibelspiuch erklärte2): ״Wie ein Sämann die Saat ausstreut, um daraus vielfach() Frucht zu gewinnen, so buhe Gott Israel unter die verschiedenen Völker der Erde zerstreut, damit sie ihm aus diesen neue Genossen ihres Glaubens und ihrer Lehre zuführten.“ Sie paulinische £ehre vom fjesetz. X a c 11 ihren Q u e i 1 e n u 11 t 0 r s u <;* 11 t von Rabb. l)r. Moritz Löwy. (Fortsetzung». Fassen wir Alles zusammen, so. dürfte man numneJir mit uns die volle Ueberzeugung gewonnen haben, dass Paulus die Sünde durch das Gesetz weder entstehen, noch auch im gewöhnlichen Sinne sich mehren und vermehren zu lassen braucht. Sondern, worüber er zu klagen hat, das ist nur, um es noch einmal zu fiviren, dass die unausweichlichen Sünden — des ״Fleisches“ — ohne die ״Uebertrotungen“ des Gesetzes und nach dem Gesetze selbst niemals •den Charakter wahrer Todsünden annehmen, sondern unter allen Umständen lediglich unbewusste und daher auch mehr oder weniger unverantwortliche, schuld- und straflose Sünden sein und bleiben würden3). ף Zend-Avesta, traduotion Annales da Muse© Guimet t. XXIV, p. LVII ff. Vgl. rev, d. nt j. XXIX, 159 f. 8) Talm. Pesachim *7b mit Bezug auf Hosea 2,25 ,אמר ד יא לא הגלד הרב״ד, את ישראל לבי] האומות אלא כד שיתופשו עליהם גרים. Vgl. ähnliche von den Kirchenvätern Justin und Origines aus dom .Munde von Juden berichtete Worte bei Friedländer a. a. 0. S. 196. *) Talinudisch *usgedrückt, dass alle Sünder stets nur שתנים, niemals aber מדדים sein würden.