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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 6 · p. Seite 515

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 6
Article
Die Vorlesungen Ad. Harnacks über das Wesen des Christenthums
Date
1903-01-01
Page
Seite 515 (sequence 2)
Language
German
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Die Vorlesungen Harnacks über das Wesen des Christonthmns. f>15 in den Westen vor, und der des persischen Lichtgottes Mithras verbreitete sich bis nach Gallien und Germanien1). ״Aber alle diese Religionen waren Naturreligionen und der Mensch war nicht mehr abhängig von der Natur. Sie waren polytheistisch und der Denker begrill* die Welt als Einheit.“ . , . Nicht einer zum Monotheismus umgedeuteten, sondern einer von Haus aus monotheistischen Religion bedurfte es. Und diese Religion war da! Hatten nicht Israels Propheten schon vor einem Jahrtausend geredet und seine 'Dichter gesungen von dem Ewigen, der Gott ist und ausser ihm isr keiner? .... Die, die nach einer einigen, hei• ligen, gerechten Gottheit forschten und sich grämten um ein ewiges Leben, durften nur an der Synagoge anklopfen. Hier schreckte sie kein abenteuerliches Symbol, beleidigte sic keine Spur wüsten Naturdienstes: sic fanden hier die heilige Gottheit, die sie suchten, und den Trost der Hollnungen, die ihr Herz begehrte. Hier war das Saatfeld, auf dom die Zukunft wuchs“2). Der tiefe Eindruck, den die Gottesvorstellung und Gottesverehrung der Juden bei Griechen und Römern hervorgerufen har, tritt uns aus den namhaftesten Zeugnissen entgegen, bei Yarro, der ״ein halbes Jahrhundert v. Ohr. den römischen Cultus wie ein Geschichtsforscher studierte“ und in dem einen und bildlosen Gott der Juden seine eigene philosophische Gottesvorstellung verwirklicht fand, wie ln*i Strabo, dem Geographen zur Zeit des Augustes, der als Lehre Mosis oeriehtet : ״Das Eine allein sei Gott, das uns Alle und Erde und Meer um lässt־, das wir Himmel und Welt und Natur der Dinge nennen. Welcher Vernünftige aber möchte es wagen, davon ein Bild zu machen, das einem unserer Dinge iihnlieh sei? Vielmehr aulgeben müsse man alle Anfertigung von Bildern und, einen würdigen Tempel ihm weihend, ihn ohne Bild verehren“3). Die schönste und umfassendste Darstellung der jüdisehen Gotteslehre aber erhalten wir von Tacitus. Er, der den Juden grollte, weil sie gegen die römische Herrschaft in י) Vgl. Tz.schirner, der Fall des Heidenthums, I, 81 ff. Baur a. a. 0. S, 6. 10 f., Burckkardt, griechische Culturgesckichte 1, 820 f. II., 87. 209 ff. 2) Hausrath a. a, 0. Xla, 87 f. 8) S, Havet, le ehristiani&mo et 6es origines III, 470 ff., nach Augustin de eivitate dei IV, 31. Strabo XVI, 2, 35, Schürer III, 3, 108 v. Aom. 23. 33*

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