Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Der Nomos
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 514 (sequence 25)
- Language
- German
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514 Der Nomos in phiionischer Beleuchtung. der 'EjsSoui; anzunehmen, nach der ihm alles Hierhergehorige, darunter fällt. Allein Parallelstellen, wie De Decal. § 30, ed. R, II, 20G M. zeigen, dass ihm daneben doch die Zahl und auch die Sicbenzahl einfach Eintheilungsgrund ist. Es ist das eben ein Grundzug, der durch Phiionische Exegese und Keligionsphilosophie geht: neben Mystischem vationeile, nüchterne Auffassung, zum Thcil tiefsinnige Godankenweit. Sie Vorlesungen ß. JCaraacks über Das Wesen Des Christenthums. Besprochen von Dr. Jos. Eschelbaoher, (Schluss von Artikel VII). 2. Der Grund für diese weite Kreise umfassende PI inncigung zum Juden-tinnn lag im geistigen Zustande der Zeit. Die heidnischen Religionen, insbesondere die griechische und die römische, waren schon im Beginne ihres Verfalles. Der häusliche, wie der staatliche Cult dauerte zwar noch Jahrhunderte lang fort und gewährte auch den grossen. Massen Halt, und religiöse Befriedigung. Der Glaube au die verschiedenen Götter aber war bereits in weiten Kreisen «־rsebüttert, die Mythen über ihr Leben und Thun erregten selbst bei vielen Gläubigen Aorgerniss und Anstoss. Und alle diese Religionen boten nur Massiges, sobald es sich um movalische Vorbildlichkeit und um Trost handelte. Dagegen war die Philosophie in ihrem Suchen und Forschen nach einer Erklärung der Welt zu einem hohen Begriffe des Göttlichen, zur Erkenntnis» der geistigen ]Natur des Menschen und zu einer reineren, edleren Sittlichkeit gelangt. Aber auch sie konnte nur abstracte Begriffe bieten, diese waren zudem in fortwährendem Wechsel und Wandel begriffen, und so erzeugte sie mehr Unglauben und Zweifel, als feste Ueberzeugung und. Grundsätze sittlichen Lebens. Und doch ging eine tiefe Sehnsucht nach Aufrichtung und Seelenfrieden durch die Welt. Wie einstllerodot nnd Plato uralte Weisheit in Babylonien und Aegypten gesucht hatten, 80 wandten sich jetzt die glaubensbedürftigen Gemüter vornehmlich den Religionen des Ostens zu. Der Cultus ägyptischer und syrischer Gottheiten drang