Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 479 (sequence 6)
- Language
- German
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Besprechungen. 479 anwenden, dass auch Güdemann hier in der Scherbe eine Perle gefunden habe.;י Im sechsten Capitel behandelt Güdemann die Hoffnung auf die Zukunft von jenem hehren, idealen Standpunkte, den er im zweiten und dritten Capitel einnimrat. Passen wir nun unser Urtheil über ־das Ganze zusammen, so müssen wir dem Verfasser Dank und Anerkennung-,, zollen für die nach Inhalt und Form reiche und schöne Gafye, die er uns von Neuem gespendet hat. Nur im Einzelnen können^ wir den Standpunkt des gelehrten und .verehrten "Verfassers nicht immer theilen, dagegen müssen wir die feine Charakteristik *dieser eonstitutiven Momente stets als meisterhaft und aus der Tiefe geschöpft anerkenuen und bewundern. Dem ernsten und wichtigen Gegenstände entspricht die edle und vornehme Sprache. Hier trifft in Wahrheit zu : Le style c’est 1‘homme. Dr. F. Rosenthal. Dr. Ludwig Levy. Reconstruction des Commentars Ihn Esras zu den ersten Propheten. Berlin 1903 M. Poppelauer XIX u. 44 S. 8. Es war ein recht glücklicher Gedanke des Lehrercollegiums des jüd.-theolog. Seminars zu Breslau, als Aufgabe für den David Rosin’- sehen Preis ohige Arbeit leisten zu lassen. Wenn auch, wie Verf. selbst hervorhebt, eine derartige Reconstruction nicht $en wirklichen Comm. ersetzen kann, ׳den Abraham Ibn Esra jedenfalls^ laut Nachweis des Verf. .p. VI—VII, in den Jahren 1140—45 verfasst bähen muss, so füllt doch die hier .gebotene Arbeit eine Lücke in der exegetischen Litteratur aus, da wir nun in bequemer Weise uns über A. I. E’s Erklärungen zu den einzelnen Stellen orientiren können. — Der Verf. hat nun, p. 1—44, aus sämmtlichen ihm zugänglichen Schriften A. I, E’s alles auf die ersten Propheten bezügliche zusammengetragen und in den Fussnoten mit hehr. Numerirung die jedesmalige Quelle, in den mit arab. Ziffern bezeichnten Anmerkungen sonstige Erläuterungen .gegeben. Zu diesen ist zu bemerken: die Angabe p. 11 Anm. 2., dass I. E. in der Erklärung zu Ri. 14, 15 mit dem המהביל Juda Hajjüg meint, ist jedenfalls ein Irrtum. Den von ihm so hochgeehrten ״ersten Grammatiker“ würde er sicher nicht mit einem solchen Namen belegen. Vielmehr gilt diese Bezeichnung bei A. I. E., ausser für . Isaak Ibn Jaschusch, nur noch Ibn Ganäh, cf. Bacher, Aus . der Schrifterklärung des Ibn Ganfili, p. 26. Uebrigens war als Quelle für I. E’s Erklärung zu dieser Stelle auch zu-citiren der kurze Exoduscoinm. p. 57 zu עם נכרי 21, S. — In der Einleitung weist der Verf. nach, dass der Comm. zu den ersten Propheten sehr früh verloren gegangen sein muss, und, dass schon David Kimchi nicht mehr nach diesem selbst, sondern nach anderweitigen Bemerkungen I. ETs citirt. P. IX—XIII folgt, mit Benutzung handschriftlichen. Materials, eine Uebersicht der sämmtlichen von A. 1. E. sowohl vollendeten als beabsichtigten Werke, wobei vom Verf. p. IX. Anm. 1 aus einigen Citaten in einem Mischlecomm. der Merzbacherschen Sammlung zu München die Existenz eines wirklichen Comm. unseres Autors zu diesem Buche nachgewiesen wird. Pi XIII —XIX behandelt der V(erf., anknüpfend an die früheren diesbezüglichen Versuche, die Chronologie der verschiedenen Werke A. I. E’s.' Hierbei jedoch hat er die von mir in Monatsschrift■ Jhrg. XL p. 203 fgg. angestellten Untersuchungen übersehen, wo ich nachgewiesen habe, dass der gangbare Pentateucbcomm.mifc Ausschluss des längeren E’xoduscomm. und Einbeziehung * des kürzeren Comm. zu diesem Buctie, nur in Italien nach 1160