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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 5 · p. Seite 434

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 5
Article
Die Vorlesungen Ad. Harnacks über das Wesen des Christenthums
Date
1903-01-01
Page
Seite 434 (sequence 1)
Language
German
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404 Die Vorlesungen Hnrnacks über das Wesen des Christenthuius. Sie Vorlesungen ß. ^nrnacks über Das Wesen Des Christenthuius. Besprochen von Dr, Jos. Eselielbaclier. (V\1rtsorzung). VI. Die von dein Leben und der Wirksamkeit Jesu ausgegangene Bewegung hat innerhalb des Judentums nur einen kleinen Kreis ergriffen, aber ausserhalb desselben zur grössten weltgeschichtlichen Bedeutung sich erhoben. Die Gründe ilir diese Entwickelung waren nicht Verstocktheit einer- und Glaubcnsfiihigkeit andererseits, sondern verschiedenartige religiöse und geschichtliche Verhältnisse. 1. Nach Jesu Tode gab ein Teil seiner Anhänger den Glauben an ihn auf1). Andere aber blieben ihm treu und pflegten die Erinnerungen an ihn weiter. Es war eine religiös bewegte Zeit und der Glaub(‘ an das Wunderbare, der bereits in seinem Leben sich mächtig gezeigt hatte, erwies sich weiter stark und überwand auch die Erscheinung seines Todes. Nicht er allein fand solchen Glauben. Auch die Jünger Johannisdes Tauft:rs,haben nach ^einerGcfangennehmung,wie nach seinem Tode, den Glauben an ihren Meister festgehalten, und auch er wurde als vom Tode wieder erstanden gedacht2), Seine Anhänger bildeten noch im zweiten Jahrhundert eine eigene Schule der Baptisten oder Täufer, und die Evangelien, insbesondere das Evangelium Johannis, hatten gegen seine Verehrung als Messias anzukämpfen und nachzuweisen, dass er nicht ein solcher, sondern nur dessen Bote und Verkünder geweseu sei. ״Er war nicht das Licht, sondern er sollte von dein Lichte zeugen8)“. Die heilige Schrift, in der die Jünger Jesu nach der Geistesrichtung ihres Volkes Trost und Stärkung suchten, bot ihnen Vorbilder genug für einen Glauben, der nicht nach dem Erfolge sich richtete. Ihre Helden sind nicht stolze Sieger und mächtige Fürsten, sondern Männer des Geistes, die einer ganzen Welt gegenüber an ihrer Ueberzeugung }) s. Hausrath, Xtst. Zeitgesch. IV2 231 S, und zu den dort angog Stellen noch Ev. Joh. 6, 64—66. ף Matth. 11, 2. 14, 2. Apgsch. 19, 2 ft'. 19 .6-9 ,1 (י ff, 8,-.25ff. 5, 31 ff. Matth. 9, 14—17. Lucas 3, 15—17. Vgl. Boltzmann in Schenkels Bibellexikon III, 328 ff. u. Bausrath a. a. 0. 1F, 292 ff.

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