Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 377 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen. 377 hsrrührt und im Thesaurus Anthpiitatuin Saerarmn Bd. XVII —XX (Venedig I755—57) abge drucktist, bezeichnet L. als ״mechanischen Abklatsch dos Uriginais“ und ganz ungeeignet, ״ein auch nur notdürftiges Verständnis dar^Tosefta zu vermitteln״. L. war sich auch über dio Scliwiorigkeiton, die ihm bei der UoborHistzung durch sein jedenfalls niclit hinreichendes talniudisches Wissen entstehen mussten, ganz Idar und nahm daher dio Hilfe eines jüdischen Gelehrten, des Herrn J. J. Kahan in Leipzig, in Anspruch, dom er am Schlüssedes Vorwortes den verbindlichsten Lank ausspricht. Was die Uebersot/ung anholangt, so ist sie an und für sieh mclit schlecht. Von wenigen Stellen abgesehen, wo sie zu sehr an dem Worte haftet, mul daher unklar wird, zeichnet, sie sich durch Eleganz der Sprache und des Ausdruckes aus und wird gewiss von allen gern gelesen werden, dio sich über den Inhalt dieses Tractates informieren wollen werden. Es fehlt ihr auch nichtan einigen Bemerkungen und erklärenden Zusätzen, dio uns im Verständnis von KinzelnhoLt.en fördern1). Andererseits aber beging L, den grossen Fehler, bloss den Text der Erfurter Handschrift zu übersetzen und sich um dio unter dom Strich abgegebenen verschiedenen Lesarten so gut wie gar nichtzu kümmern. Einige Heispiele mögen dies dnrtlmn: 3, 10 anfangs wurde ערבית, das die Wiener Handschrift (ב) und die gedruckten Ausgaben (ד) haben, nicht übersetzt, wodurch die betreffende llalaclia falsch vviedergegebon wird. Das. £ 12 wird des durch ב und ך belegten und so wichtigem Aus- ־Spruches von K, Simon b. Gamaliel und K. Jochatian b, Beroka keine Erwähnung gethan. weil er unter dem ׳Strich steht. Ferner hat L. das. 21 Ende dio richtigere Tja. ב י*א) ותנחומים u. ד) unberücksichtigtge- 1 ml ilas תחנונים der Erfurter Hs. übersetzt, obgleich er sich sagen musste, dass <lie Propheten ihre Heden wohl mit Tröstungen aber nicht mit Hirten schliessen. 7,12 Ende ist durch die Ignorierung der anderem Losarten das unten angegebene und. zum Verständnis der Stelle unentbohr- 1 che ילסע״טים טובים einfach eliminiert worden, ein Umstand, der geeignet ist. eine falsche Vorstellung von dom Te.xto beiznbringen« Ferner trifft den Uebersetzer auch der Vorwurf, dass er es hin und wieder unterlassen hat. Citato aus der Bibel nachzuschlagen und auf ihre!Dichtigkeit zu prüfen, sonst-wäre es seine Pflicht gewesen, auf den Unterschied zwischon den Citaten hier 2. 21 Ende, 3, 15 und den Schriftverson Kobel. 3, 4, r3sj>. I lvön, 8, 48 hinzuweisen. Im weiteren mögen nunmehr noch einige ergänzende) Bemerkungen fdgen: Die Ueborsetzung von ״ יחיד. כנגד המשחיתיםsoll (len Bartvorder- 1 eni entsprechen“ (1, 4) stimmt zwar mit der Erklärung Kaschis (Borach. 11a) überein, jedoch ist dio Erklärung dos Aruch ״״,egen dio Bart- \erderber״, d. 11. um ihnen dadurch zu opponieren, richtiger. Vgl. auch i'riedländor, תישסתא סדר זרעים (Pressburg 1889) p. 3 und Schwarz התוספתא 1 לסי סדר המשניות (Wilna 1890) p. 6, Xot. 43. Ferner 1, §§ 6, 7, s, 9 anfangs heisst אלו ברכות nicht ״welche Segensprüche?“ sondern f 01־ ge 11 de Segensprüche u. 8. w. 4, 1 hei עד שהיתירו לו את כל המצות begrnigt sich L. mit der kurzen Bemerkung : ״Unklarer Text, wahrscheinlich *) So die feine Präcisiermig des כל in 10 ,1) כל ימי חייך), das von den Chachatnim im Sinne von ״Gesamtheit“ und von Ben Soma im Sinne von ״Ganzheit« gefasst wurde ן ferner die Angabe der Parallelen zu 1, 13 und 3, 6, 7 aus Joh. 1, 9 Marc. 12, 26 und Köm. 8, 26.