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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 4 · p. Seite 349

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 4
Article
Der Streit um den Moreh des Maimonides in der Gemeinde Posen um die Mitte des 16. Jahrh.
Date
1903-01-01
Page
Seite 349 (sequence 4)
Language
German
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Der Streit um den Moreh des Maimonides in Posen. 349 neben ihm ein David und ein Kassarjah (?) als Rabbiner in P03en niederlnssen, um ihm bei der Ausübung rabbinischer Functionen daselbst Concurrenz zu machen. Die grösste talmudische Autorität jener Zeit, Israel Isserlein1), erkennt wohl an, welch grosse Opfer für die Forderung des Torah» Studiums Mose in Posen gebracht hat, und dass er seines rabbinischen Amtes mit hoher Selbstveriäugnung waltet, weist ihn jedoch scharf zurecht, dass er kein Recht habe, das Rabbinat für sich allein in Anspruch zu nehmen und den hierzu genügend Autorisierten den Wettbewerb in Aus- Übung des rabbinischen Berufes zu wehren. Gegen. 1474 erscheint Mose ben Isaak Minz als Rabbiner in Posen2), wo er wahrscheinlich seine letzten Jahre be~ schliesst, ohne dass wir sonst Näheres über die dortige ,Wirksamkeit dieses grossen Talmudisten erfahren. Am Anfang des 1(1. Jahrh. fungirte in Posen ein Rabbiner Menachem Mendel Frank (חלקת מחוקק c. 45, 11.), der gegen 1529 das Rabbinat von Brzesc Litewski führte, wahrscheinlich von dem als Judenobersten durch König Sigismund I. eingesetzten Michael Josefowitsch dahin berufen. (עיר תחלה von Feinstoin, S. 21.) 1516 wird in den städtischen Acten ein Rabbiner Moses genannt, der von einem Zinngiesser Urban 20 Mark bekommt. (Moysea Judeus doctor, Kgl. Staatsarchiv Posen, Acta consularia, feria III a, assumptionis f. 1516.) Aus der ersten Hälfte des 16. Jahrh. besitzen wir zwei amtliche Urkunden über die Wahl eines Oberrabbiners für Gros8polen und Masovien. Die erste betrifft die Anstellung des Samuel Margalioth und lautet3) : Krakau 1027 August 6. — Sigismundus dei gracia rex Polonie magnus dux Lithwanie Russie Prussio Mazoviequo dominus et here8. Significamus tenore presencium quibus L) Israel Isserlein hat öfters mit den Talmudisten Posens correspondirt, namentlich mit einem Pinehas; vgl. Berliner Mtsschr. 1869, S. 322. ף liga. Moses Minz Nr. 114. 109. Vgl. Perlos’ Gesch. der Juden Poaens, S. 5, Anm, 5. 3) Dieselbe ist bereits in der ״Jubelschrift zum 70. Geleurtstag Grätztt S. 205 Note abg־edruckt; ich lege sie nochmals der Vollständigkoit wegen vor, um‘sie mit der zweiten, ihr corrospondirenden, vergleichen zu können.

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