Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Paulinische Lehre vom Gesetz
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 339 (sequence 18)
- Language
- German
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Die Paulinisehe Lehre vom Gesotz. 339 *ein kann. Man vergesse aber auch nicht auf der anderen Seite, *wie wenig uns die Lehren eines solchen Mannes selbst wie R. Gamalicl I. bekannt sind. Oder die Schulen Scham- :mai\s und Hillefs. Wie Vieles (Halachisches vielleicht weniger als Haggadisches) mag da noch, ausser dem auf uns gekommenen, gelehrt und verhandelt worden sein! — Bedingungsweise gilt dasselbe ferner auch für das tannaitisehe Zeitalter. — durch alle Generationen — hinab bis auf R. Jeliuda ha-Nassi und die ersten Amoräer (Ende des II und Anfang des III Jahrhunderts). Es ist zum Theil noch immer dieselbe geistige Atmosphäre wie die, in welcher der noch nicht ehristglilubige . Paulus athmete, während es aut der andern Seite als feststehend angesehen werden kann, dass christlichen Lehren in diese Kreise kein Eingang vorstattet wurde — es sei denn zum Zwecke der Abwehr, woraus .sich wieder neue Vergleichung*- und Berührungspunkte ergeben. Sonst blieb das jüdische Denken von dem Christliehen völlig unbeeinflusst und behielt Ersteres mehr oder weniger seine ursprüngliche Art und Klangfarbe bei, so dass Rückschlüsse auf die ältere (apostolische) Zeit auch von hier aus durchaus nicht unzulässig sein dürften. Die beiden genannten Zeitalter sind es bekanntlich, welche in der Misch na und in den Boraith as (der Tosifta, den exegetischen Midrasch werken: Mechiltha, Sifre, Sifra und den beiden Talmuden) reflectirt sind. Aber auch die älteren Rabboth und Midr. Tanchuma, ja auch die jüngeren Midraschwerke können von Fall zu Fall mit herangezogen werden1), da auch sie mitunter ihnen eigenthümiiches gutes altes Traditionswerk enthalten. (Forts, folgt). נ) So sagt z. B. Paulus I. Cor. 10, 7: ״Werdet nicht Götzenc'.iener (b//]5s slStoA0Xi״:oa5, v׳lvscö־s), wie etliche von ihnen, von denen es heisst (Exod. 32, 0): ״״Das Volk lagerte sich zu esson und zu trinken und stand auf zu spiele nWM (לדzlfzw לצחק). Bor Apostel deutet also dieses letztere Wort im Sinne von ״Götzendienst treiben״, ganz so wie M. Tanchuma (Ki-tissa, ed. Buber, p. 57 a): .אי הקב״ד. למשד הס קמו לצחק בעיז etc., und ähnlich auch Schern, r. c. 41: ויקשו לצחק בעיז« Allein noch deutlicher heisst es M. Jalkut, ki tissa (z. St.) nach Tanna di־Be Elia r. c. 13: ויקשו לצחק . . . א׳ ר׳ עקיבא שחוק וקלות ראש סרגילין את האדם לערוד, ואין שחוק אלא עיז שנאי וישב העם וגוי. (In unserer Ausgabe des Tanna di-Be ELiahu fehlen die Worte א׳ ר״ע, dafür aber: ואשרו שחוק וק״ר . . . ואין שחוק אלא ע״ז שגא, ויקשו לצחק). S. auch ]?irke d i - R. Elieser C. 47. — Auch für die eigenthümliche Citationsform: 'H<7aTas 5s &pa£s&, Rom. 9, 27 wissen SchÖttgen und 22*