Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Der Nomos
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 321 (sequence 5)
- Language
- German
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Der Nomas in phiionischer Beleuchtung. 321 der Ausdruck sprachlich wie sachlich mehr als anfechtbar. Die L. A. der edd. lässt nur die Erklärung zu, wie auch Mangoy und der ältere Uebers. Morellus sie giebt: ״mundi :natalis, in qua edictum est, ut patris opus perfectum ex partibus perfec-tis exortum ab omnibus abstinent operibus“, der Geburtstag der Welt, an welchem geboten ist, dass das Werk des Vaters, die Schöpfung, vollendet aus vollendeten Theilen hervorgogangen, sich aller Workthätigkeit enthalte. Sachlich hat das das Bedenken, dass doch füglich nur der .Mensch, und nicht die ganze leblose wie lebende Schöpfung es ist, der ein Sabbat geboten werden konnte. Sprachlich aber abundirt s; 0.0T7; nach voraufgegangenem *zd' 7,7 in omom mul demselben Satze, fast bis zur Unerträglichkeit׳, wenn c< nicht geradezu sprachwidrig; nur zur Noth liesse der Aus- -druck sprachlich sieh so rechtfertigen, dass auf xvtV 7,7 allein ävaoavsv bezogen würde» und .sv aÖT7; nur zu 7;3<7;7.1ד.*'&ד1ד cStvf^stv gezogen wird. Zum Glück hat der cod, Laur. auch hier die allein richtige Lesart erhalten; er bietet, das Satz• ge füge von vs/AV 7v bis £7 passend in zweiSätze auflösend, avsoavr, 7:00^TSTa>tTy.t x.7)., eine L. A., die Tischondorf in offenbarer Unkenntnis, was mit %7 systv so getrennt bei demselben Laur, anzufangen, cornimpiert findet. *A7 zyjw darf aber nur zusammengeschoben werden zu avs/siv ״sich e.nthab tentt; für letzteres aber setzt T. consequcnt wie auch an dieser St. ohne Noth;j:~b/1vK Ich habe mich vor Jahren des Näheren darüber in meiner Dissert, ״De Philonis J. 8ermoneu ausgesprochen. So, indem man mit av£-־p2cv7) den Relativsatz von *cGK 7,7 anfangend, schliesst, giebt unsere St, ganz ungezwungen den Sinn: Der Sabbat kann der Geburtstag der Welt genannt werden, indem an ihm die vollkommene, aus vollkommenen Theilcn bestehende Schöpfung zur Erscheinung kam. Nicht ״exortum esttt, wie Mangey nach Morelli übersetzt. Mit T:p077£׳T%x.Tca, dem etwa ein <$£ beizusetzen wäre, begänne dann der zweite Satz: Es ist geboten sich an ihm aller Werkthätigkeifc zu enthalten, wobei gar nichts anderes als der Mensch gemeint sein kann, und sv am Schlüsse, als nur zu letzterem Satze gehörend, ist dann völlig in Ordnung. — Ich denke, dass man auch dem Theologen einen solchen gelegentlichen textkritischen Stroifzug schon verzeihen wird, c.cr ein abschliessendes Urtheil sich nicht anmasst, vielmehr i:3 textkritischen Fragen den Abschluss von berufener Hand erwartet, und wende mich zum nächsten, den socialen Ordnungen in phiionischer Beleuchtung. (Koruet/amg folgt). Monatsschrift, 47. Jahrgang. 21