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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 3 · p. Seite 281

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 3
Article
Purim und Parodie
Date
1903-01-01
Page
Seite 281 (sequence 2)
Language
German
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Purim und Parodie. 28 L hebr. •and deutsche gedr. Aufruf קול קורא לעזרה, unterschrieben von den Oberrabbinern Samuel Salant und Jacob Sau) Elvaschar, ist in einen! jämmerlichen Jargon mit latein. Lettern gedruckt; man begreife nicht, warum den Antisemiten eine so willkommene Oarricatur geboten wird. Was uns hier intercssirt, ist ein Octavblatt, enthaltend 4 kleine photographiache Bilder von Purim tafeln mit der Ueberachrift בבקשה מהגבאים וגדיבי לב להגיד• זה על קעית צום אסתר ובעת מקרא מכלה. Darunter steht neben einander : Purim-Spenden ומשלוח פגות איש . . . לאביונים und מחצית השקל, dann והדל לא ימעיט כמחצית השקל u.״s. w. ״für die all gern. Volksküche in Jerus.“ u. s. w. — Ein besonderes Blatt״ in 4° enthält dieselben 4 Photographien wie oben in vierfacher Grösse, über deren künstlerische Ausführung ich mir kein Urteil erlaube; man vormisst irgend eine Ueberschrift. — Das Ganze ist ein Stück Culturgeschichte, und meine Mitteilung ebenfalls eine P u r i mgabe, geschrieben am 13. März. VII. Verschiedene Purim. שבכל דור ודור עוכרים עלינו לכלותינו (הגדה ש״פ). Die Erzählung des Buches Esther hat ungelehrten und gelehrten Juden bis in die neueste Zeit als Geschichte ge־ gölten, wie alle anderen biblischen Erzählungen. Ich habe die neueste Literatur darüber nicht so verfolgt, um zu wissen, ob Lagarde der erste war, der im Purim ein Frühlingsfest der Perser erkannt zu haben glaubte. Wie man mir mitteilt, bezeiebnete er die oben (S. 85) hervorgehobene Stelle (9, 15) von der Beute als eine jüdische Lüge. Die Bedeutung dieser Stelle für Culturgeschichte träte um so mein* hervor, wenn ״es sich nicht um ein einzelnes Factum handelte, und der Schreiber nur dem Gefühle der Schändlichkeit des Plün־ deren8, selbst nach Tötung des Feindes, Ausdruck gäbe. Dieses Gefühl eines Juden — der Araber tötet um der Beute willen und sein ״Prophet“ benahm sich gegen die Juden wie ein räuberischer Beduine — dieses Gefühl, meinte ich, haben die fanatischen Feinde der Juden äusserst selten bewiesen, und siehe da, eine unerwartete gräuliche Ulustration aus dem Jahre 1903! Die Polizei einer Regierung, welche die Barbarei des Krieges zu civilisiren vor nicht laDger Zeit ganz Europa aufgefordert hat, findet sich nicht autorisirt, gegen eine Judenschlachtung Militär aufzubieten, — schlimm genug 1 aber wie steht es um die anhaltende ungestörte

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