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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 2 · p. Seite 119

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 2
Article
Zur Kritik des griechischen und massoretischen Buches Esther
Date
1903-01-01
Page
Seite 119 (sequence 10)
Language
German
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Zur Kritik des griechischen und massoretischen Buches Esther. 1!0 fälschlich durch ״י־Reiteru. Dagegen Jahn: רצים בסוסים״ in IL ist eine lächerliche Zusammenstellung. Durch den Aulputz mit zwei fremdländischen Wörtern, welche beide nicht g0nügend zu erklären und vielleicht beide nach dom Hörensagen corrumpiert sind, am Endo des Verses in II. sucht der Interpolator der Erzählung exQtischen Anstrich .zu geben. Die famosen ״Söhne der Gestüte״ sollte man doch endlich zu den Akten legen. Auch hier hat nicht LXX gekürzt, sondern H. hat die Zusätze gemacht, um die Darstellung zu persifizierenu. Was nioht zu scinor Hypothese stimmt, legt Jahn also ad acta! In Persien herrschte die Sitte, dass die Hofleute und alles, was mit dem Hofe zu thun hatte, sich in den Vorhöfen des Palastes zu Susa aufhieiten, vgl. Herodot III 117. 120. 140. Und dieser Aufenthaltsort hiess bei den Persern ai ßa<x&s<ü$ Jupat (vgl. Herodot III 117. 120. 140. Xenophon Anab. I 9, 3; II 5, 31; Xenoph. Cyr. 8, 1, 8; Hellen. 1, 6, 7; np. dar, arm. durn, ״Thür, königlicher Hof“). Diesen persischen Ausdruck (ap. duwara) gieht II. ganz wörtlich durch שער המלך wieder und wird von LXX richtig übersetzt durch aöXvi ״Hof, königl. Hof“ und von dem Armenier durch tun thagavorin ״königlicher Wohnsitz“. Schon aus 2. 19 kann man erschlossen, dass i die letztere Bedeutung im Estherbuch hat. Trotzdem hat Jahn. חצר. Nun wird von Mordechai berichtet: ״ ישב בשער המלךer hielt sich im Vorhof des Palastes auf“, d. h. er war ein Beamter des Königs (2, 19. 21; 3, 2—4; 5, 13; 6, 10. 12). Die LXX übersetzt diesen Ausdruck daher inhaltlich ganz richtig: ״Und Mordechai diente im Hofe“. Jahn, der diese persische Sitte nicht kannte, sagt p. 16 hierzu folgendes: ״Nach LXX befindet sich Mordechai im Dienste des Königs und hat darum die Befugnis, sich im königlichen Hofe aufzuhalten; nach H., welchem diese dienstliche Stellung eines Juden unwürdig schien, hält er sich vor dom Hofe, im Thore auf. Was• ursprünglich ist, kann nicht zweifelhaft sein“. Diese Uebersetzung der LXX bezeugt aber nur, dass H• primär ist• Hiermit sind Jahns Beweise, dass die persischen Wörter in H. sekundär seien, , erledigt. Nur erwähnt sei, dass er גנזי ־־,דת (allerdings in der veränderten Form גנזך) und דר .stehen! lässt1)• J) Es sei mir gestattet, hier noch einzelne Bemerkungen zu den persischen Zuständen, die ich in Ar. i. A. T. erörtert habe, nach zu trage n:

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