Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1902)
- Article
- Eine illustrirte Pessach-Haggadah in der Münchener Kgl. Hof- und Staatsbibliothek
- Date
- 1902-11-01
- Page
- Seite 565 (sequence 6)
- Language
- German
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565 Fine illustritte Pessach-Haggadah. 18 b. Zu R. Elieser. Mann mit weissem Barte und schwarzem Haare in grünem Kleide, das Haupt mit einer dreischichtigen rothen Mütze bedeckt, auf einem gelben Stuhle sitzend, aus einem Buche lesend. Die Ornamentik beider Bilder, die sich auf der linken Seite befinden, ist in einander verschlungen. 18 b. Zu R. Akiba. Am unteren rechten Rande der Seite ein Greis auf einer langer Bank sitzend, mit erhobenem Antlitze und ein Buch in der Hand haltend. 19 a. Initiale des Wortes ,־כמד Prachtbuchstaben mit leuchtendem Golde auf grün und rosafarbenem gemustertem Hintergründe aufgetragen. 20 b. ׳Zu רבן גמליאל. Bartloser Mann auf gelber Bank sitzend. Sein graues Haupt ist mit rother Mütze bedeckt. Das Kleid ist braun. In der linken Hand hält er eia kleines Buch, der Zeigefinger, den er ausstreckt, ist auffallend gross. Oben und unten Ornam. 21 a. Zu מצה זו ♦ .... ♦ על שום מה• Am unteren Theile .d.es Blattes Mann in grünem Kleide mit rothen Schuhen. In der rechten Hand hält er eine Mazzah empor, mit der linkenv'drückt er zwei Mazzoth an sieb. Brauner Bart und Haupthaar. Kopf unbedeckt. Rechts und links Ornam. 21 b. Die interessanteste Illustration der Haggadah, welche den jüdischen Yolkshumor auf eine seltsame Weise veranschaulicht: ,מרור זה . . .. על שום מד. Rechts vom Texte sitzen Mann und Frau auf einer Bank. Der Mann zur Linken der Frau in grünem Gewände, mit einer runden zweischichtigen rosafarbenen Mütze auf dem Kopfe legt seine rechte Hand auf das Haupt seiner Frau, auf sie, das Bitterkraut, hin weisend. Sie ist mit einem gelben Kleide und einem rosafarbenen Mantel bekleidet. Ihre Kopfbedeckung besteht aus einem weissen Tuche, welches herabhängt, die rechte Iiand im Schosse, die Linke ist ein wenig erhoben. Sie blicken einander lächelnd an. Die bildliche Darstellung dieses noch heutzutage16) in Deutschland -geläufigen jüdischen Witzes weist auch auf den deutschen Ursprung unserer Haggädah hin. Eine ähnliche Darstellungfinden wir nur noch in einer uns bekannten Handschrift und zwar: in der Haggadah des Baron Edmund von Rothschild in Paris (Ms. Nr. 24) aus der II. Hälfte des XY. : 10). baut Mittheilung des Herrn Dr. Brann.