Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1902)
- Article
- Zwei jüngst edirte Schriften des Berachja Hanakdan
- Date
- 1902-11-01
- Page
- Seite 537 (sequence 2)
- Language
- German
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Zwei jüngst edirte Schriften des Berachja Hanakdan. 537 hin seiner Lösung näher gebracht wird. Berachja gehörte einer Familie van Nakdanim, d. h. von Punctatoren, an; deun wie er selbst, so führten auch sein Yater Natronai, ein Sohn und ein Bruder Berachja’s den Beinamen ha-Nakdan. Er ist wohl auch mit dem Berachja ha-Nakdan identisch, von dem R. Jehuda ben Elieser in seinem מנחת יהודה> abgedruckt in דעת זקנים, zwei exegetische Bemerkungen (zu Deut. 27, 13 und zu Deut. 32, 39) anführt, worauf gestützt H. J. Michael die Vermuthung aussprieht, dass die Nakdanim zu den von ihnen bearbeiteten Texten auch Randnoten gemacht hätten (Or ha-Chajjim S. 299). Ueber die Zeit und das Yater״ land Berachja's fehlt es an bestimmten Angaben; sie müssen, soweit es angeht, aus seinen Schriften und anderweitigen literarischen Daten erschlossen werden. Am bekanntesten ist Berachja als Verfasser der zuerst Mantua 1557—58 und seitdem öfter, unter Anderem auch Prag 1661 mit einer lateinischen Uebersetzung von Melch. Hanel, gedruckten Fabelnsammlung, die den Titel משלי שועטים führt und zum grossen Theil der französischen Fabelnsanamlung des Marie de France (12. Jahrhundert) nachgebiidet ist. Eine handschriftlich vorhandene und in der Form eines Dialogs zwischen einem Onkel und seinem Neffen gehaltene Abhandlung, die den Titel השאלות oder דודי ונכדי führt und die Herr Gollancz auch noch zu ediren beabsichtigt, ist, wie Steinschneider nachgewiesen hat, eine hebräische Bearbeitung der Quaestiones naturales des um das Jahr 1120 lebenden Platonikers Adelard von Bath, der als einer der ersten mit der Wissenschaft der Araber vertrauten abendländischen Gelehrten in dieser Schrift, gleichfalls in Form eines Dialogs zwischen Onkel und Neffen, Ansichten der Araber über verschiedene dem Gebiete der Physik angehörende Probleme zur Darstellung bringt. Handschriftlich besitzen wir ferner von Berachja ha-Nakdan unter dem Titel כח האבנים ein Lapidarium, in dem sich eine wegen ihres Alters interessante Stelle über die Anfertigung des Compasses findet und für das nach der Yermuthung Steinschneiders das Original in der romanischen Literatur zu suchen ist. (Ygk Steinschneider, Hebräische TJebersetzungen, S. 963; clers. in Semitic Studies, in memory of rev. Dr. Alexander Kohut, S. 62). In diesem Berachja glaubte Rapoport (BiographieSaadia’s in Bikkure ha-ittim B. IX) auch den Urheber einer in der mittelalterlichen Literatur vielbenutzten Uebertragung von