Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1902)
- Article
- Zwei talmudische Notizen
- Date
- 1902-11-01
- Page
- Seite 531 (sequence 1)
- Language
- German
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531 £wei talmu'd.isch.6 Notizen. Zwei talmuöische Jfotizen. Von Dr. J. Bergmann. I. An zwei Stellen des babylonischen Talmud werden von zwei babylonischen Amoräern die Namen חילק und בילק genannt. In b. Sanhedrin 98b heisst es: R. Giddel tradirte im Namen Rab1s : Die Söhne Israels werden die Jahre des Messias geniessen. Darauf erwidert R. Josef: Wer sollte sie denn geniessen, doch nicht Chillek und Billek. (אמי רב יוסף פשיטא ואלא מאן אכיל להו חילק וכילה אכלי לה), ln b. Chullin 19 a tradirt R. Nachman eine Halacha. Da sprach zu ihm R. Chanan, der Sohn des R. Ketina : Deine Halacha entspricht weder der Meinung der Weisen noch der des R. Jose b. Jehuda. Darauf erwiderte R. Nachman: Ich kenne weder Chillek noch Billek, ich kenne eine überlieferte Halacha. (אמר ליה אנא לא חילה ידענא ולא בילק ידענא אנא שמעתתא ידענא). Levy (s. v. בילה) bringt die Analogie: Hinz und Kunz. Chillek und Billek wären danach zwei oft gehörte und wegen der Aehnlichkeit geläufige Namen und bedeuten: zwei beliebige Menschen. Kohut (s. v. חילק) sagt: בלי. ספה חלה ובלק היו שמות פרטיים ואנשים■'פוחתים ופוחזים* Aehnlich' ist die im Aruch und Raschi (zu Sanhedrin) citirte Erklärung des R. Gerschom : שני דייני סדום. Die Erklärung Levy’s ist unrichtig, denn Ch. und B. sind eben sonst nicht geläufige Namen. Auch ist der Gegensatz zwischen den Söhnen Israels und Ch. u. B. in Sanhedrin nicht prägnant hervorgehoben. — In der arabischen Geschichte von den Wunderfahrten des Königs Bulugja, des Königs der Banu Isräil in Misr wird erzählt, wie Bulugja auch auf die Ginn trifft, deren König ihm den Ursprung der Ginn erzählt. Die ersten Bewohner des ^Gahannam sind nach diesem Buche die beiden Ginn: Hillit und M i 11 i t. (Vgl. Horovitz in ZDMG B. 55, S. 519 ff.). Horovitz meint von diesem Buche, dass es eine Anzahl jüdischer Elemente enthalte und erwähnt die Ansicht Chauvin’s, dass dieses Buch ein ״conte nettement juiP sei. Die Namen der zwei Ginn waren nun — wie ich glaube — bei den babylonischen Juden bekannt und lauteten : חילק ובילק. Im Arabischen hiessen sie: Harut und Marut; im Persischen : Khordad und Mordad; im Zendischen Haurvatat und Ameretat. (Vgl. Nestle in ZDMG B. 55, S. 692). Die beiden Talmudstellen werden uns jetzt verständlicher. In b. Sanhedrin 98 b wird gesagt: Wer