Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1902)
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1902-11-01
- Page
- 491 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829760-2829767-2884302--31666-2884325- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden. 491■ Sie Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden. Von Sigmund Jampel. (Fortsetzung). ... . YIIL Untersuchung von Bsra c. V. Die Hoffnung auf Wiederbelebung der in tiefste Resignation versunkenen Mitglieder der Colonie konnte nur unter dem Scepter eines neuen. Herrschers erblühen, der, ähnlich dem Kyros, Energie und Wohlwollen in seiner Person vereinigte. Ein solcher Herrscher erstand dem persischen Reiche in Darius Hystaspis. In ihm erblickten die jüdischen Propheten Haggai und Seeharia mit vollem Recht den zweiten Kores; denn in Wirklichkeit stand er Kyros weder an Tapferkeit noch an organisatorischem Talente nach. Wer die Politik des Darius kennt, weiss, dass er als der zweite Eroberer und Begründer des gesammten persischen Reiches sich jenen Vorgänger zum Vorbilde genommen hat. Was er vor allem von jenem grossen Eroberer gelernt hat, das ist die in Cap I besprochene Friedenspolitik. Besonders die Religion wurde ganz und gar in den Dienst dieser Politik gestellt. Obgleich von Hause aus mit Leib ünd Seele Mazdäist, wie es seine Inschriften zu Behistun und Istachr in . jeder Zeile beweisen, nahm er keinen Anstand, sich als Schützling der Götter sämmtlicher unterworfener Nationen zn bezeichnen. ••••׳• Die Propheten, die jetzt die Zeit für gekommen hielten, den Tempelbau wieder aufzunehmen, traten mit zündenden Reden an das Volk heran. Haggai geisselt mit scharfen Worten die Gleichgültigkeit und Saumseligkeit in der Wiederaufnahme des Tempelbaues. Er beteuert den Bewohnern Jerusalems, dass die Dürre und Hungersnot!! lediglich die Strafe Gottes für die Vernachlässigung des Tenapelb aues seien (Hagg. 1. 1—12.).' Im Gegensatz zu dieser Strafrede wendet er sich ermunternd an diejenigen, die sich jetzt an der Wiederaufnahme des Tempelbaues beteiligen wollen (Hag 1, 7, 2, 6—9.). Insbesondere sucht er den durch die Bitterkeit der Lage und den grossen Indifferentismus des Volkes entmuthigten Führern Serubabel und Josua, Muth und Thatkraft einzuflössen und ruft ihnen ein ״Glückauf“ entgegen (Hagg. 2, 4, Sech. 1—8.). Dass Hagg. 2,21,28, auf die gewaltigen Aufstände und Empörungen der den Persern unterworfenen Völker anspielt, Monatsschrift, 46. Jahrgang*. 31