Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-09-01 · Heft 9-10 (September 1902) · p. Seite 489

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 9-10 (September 1902)
Article
[Rezension]
Date
1902-09-01
Page
Seite 489 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829760-2829766-2884180--31657-2884291
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Besprechungen. 489 oder minder betont auch in der Zeit von Adam bis Abraham ununter־ brochen bestanden. Bei näherer Untersuchung wird sich die Anschauung voraussichtlich ganz anders gestalten. Bei einer Behandlung des Themas aber, besonders wenn, wie hier, die Bibel in Schutz genommen werden soll, dürfen, wie mich bedünken will, solche, in die Augen springende Momente, nicht ohne Weiteres unberücksichtigt bleiben, wenn anders man beim Leser selbst nur die einfachste Bekanntschaft mit der biblischen Geschichte voraussetzt. Was endlich 0 e 111 i und C 0 r n i 11 angeht, so gelangt Oettli nach eingehender Vergleichung der biblischen Berichte mit den keilins ehr if fliehen, die er, Gunkel folgend, als den Urtext der ersteren ansieht, zur sicheren Ueberzeugung, dass der gewaltige Sprung vom groben Heidentum bis zum prophetischen klaren Gottesbewusstsein, nur durch eine Offenbarung möglich gewesen sei. Er hält sich bei dieser Behauptung ' von jedem Dogmatismus fern und stimmt im letzten Grunde mit Delitzsch darin überein, dass die Babylonier zwar von all dem, was die Bibel kennt, wussten; dass der Segen für die Menschheit aber einzig von der Bibel herkomine Auch C 0 r n i 11,- gelangt zu dem Ergebniss, dass man erst jetzt, nach der Entdeckung der Originale die BibeT richtig zu würdigen wissen werde. Auf diese Aufstellungen näher einzugehen, muss ich mir im Rahmen dieser Besprechung um so eher versagen, als ich die gesammten einschlägigen. Fragen in absehbarer Frist besonders zu behandeln gedenke. Sigmund Jampel. Acten, 11erausgegeben von der Commission zur Untersuchung alter Acten in Wilna. Band XXVIII. Acten über Juden1). Wilna 1901. LVI-T439 SS. in 4. Diese Commission edirt seit 1865 Acten über Litthauen, und in den bisher erschienenen 27 Bänden begegnen wir auch solchen, die auf Juden Bezug haben2)• Der vorliegende 28. Band ist ausschliesslich soleben Acten gewidmet. Er enthält 332 Doeumente in polnischer und russischer (eigentlich in sogenannter weissrussischer) Sprache und um־־ fasst den Zeitraum von 1517—1668. Es sind das fast ausschliesslich Gerichtsacten, und sie enthalten daher vorwiegend Privatangelegenheiten, also über von Juden verursachte Schäden, Schlägereien, Beieidigungen .usw., über Verpachtungen von Schänken, Mühlen, Wäldern und auch Steuern, über ausgeliehene Gelder und Pfänder hei Juden und ähnl. Merkwürdig ist, dass oft Christen und sogar Geistliche sich beklagen, sie wären von Juden geschlagen und misshandelt worden, und das merkwürdigste Document in dieser Hinsicht ist wohl nr. 71 vom 1) Der russische Originaltitel lautet: ״Akty izdawajemiije Wilenskoju Kommissieju dla razbora drewnich aktow. Tom XXVIII. Akty 0 Jewrejjach“. — Früh9r bereits erschien ein ähnliches Werk von Bei־- schadski u. d. T. ״Russisch-jüdisches Archiv“ (Russko-jewrejski archiw, 2 Bände, Petersburg 1882), das 662 Doeumente über die Juden in Litthauen aus den Jahren 1388—1569 enthält. 2) Die meisten dieser. Acten (aus den ersten 25 Bänden.) sind mitgetheilt in gekürzter russischer Uebersetzung in dem von dem Verein zur Verbreitung von Aufklärung unter den Juden in Russland herausgegebenen Werke: ״Regesten und Inschriften. Materialien, zur Geschichte der Juden in Russland von 80—1800“. Band I, bis 1670 (Regesty i nadpisi etc., Petersburg, 1899).

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.