Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1902)
- Article
- Geschichte des Achtzehngebets
- Date
- 1902-09-01
- Page
- Seite 439 (sequence 13)
- Language
- German
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Geschichte des Aehtzehngebet3. 439 Benedictionen in eine einzige zusammen und erhielt so ein Siebengebet, das im Notfälle als hinreichender Ersatz der Tefilla galt. Eine solche Nofchlage war immer vorhanden, wenn man die Zeit des Betens versäumt hatte und für das Minchahgebet nur noch eine sehr kurze Frist vor Einbruch der Nacht übrig war, und trat namentlich Freitag Abends, wie es scheint, Öfter ein. Als auffallend sei erwähnt, dass הביננו, trotzdem es im Talmud vollständig angegeben ist, dennnoch nie einen allgemein angenommenen Text gehabt hat. Auffallend ist auch eine andere Abkürzung, die in den Tagen der Greonim am Freitag Nachmittag üblich war und von Eschkol (I, 55) also geschildert wird: ״R. Zemach schreibt: die Vorbeter pflegen bei uns am Eingang des Sabbats und der Feiertage, wenn keine Zeit mehr ist, die Mincha-Tefilla ganz zu sagen, folgende Abkürzung vorzunehmen. Sie beten die zwei ersten Benedictionen und fahren nachher fort: גדלך תקדש בנו ב׳א׳י ה׳ הקד״• דעת לחכמה ילמדנו חונן הדעת• הדור אצלך תשיבנו הרוצה בתשובה• Ebenso machen sie es mit den andern Benedictionen, Die alten Vorbeter berufen sich auf die Ueberlieferung von Seiten des Gaon Jehudai, der es selbst aus alter Zeit überkommen hatte.44 Dasselbe Stück wird auch noch von den Gaonim Scherira und Hai* verwendet1). Es scheint ein alphabetisch2) geordneter Hymnus gewesen zu sein, von dessen Verwendung wir nichts mehr hören, von dem sich darum auch nichts weiter erhalten zu haben scheint. (Schluss folgt). Die jtaoräer in neuer Beleuchtung. Von Dr. N. Kremberg*- Dem dritten Theile seines Buches über die Saboräer und Greonim hat Isaak H a 1 e v y jetzt den zweiten Theil3) über die amoräische Zeit folgen lassen. Es herrscht darin derselbe Ton und Geist, der in allen wesentlichen Stücken bereits oben (S. 1—48) gründlich und erschöpfend charakterisirt worden ist. Es erübrigt sich daher, noch einmal im ג) Vgl. jedoch die abweichende Ansicht E. Hai’s in Eesponsen, ed. Lyck, Nr. 51. 2) Vgl. Auerbach z. St. דורות הראשונים, ספר דברי הימים לבני ישראל, חלק שני, מן ף סוף ימי המשנה עד אחר חתימת התלמוד. Frankf. a. m., 1901, (4) u. 310 bu., 8.