Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1902)
- Article
- Die Vorlesungen Ad. Harnacks über das Wesen des Christenthums
- Date
- 1902-09-01
- Page
- Seite 427 (sequence 21)
- Language
- German
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Die 'VorlesuDgen Harnacks über das Wesen des Christentliums. 427 an die messianischen Ideale. Denn diese enthalten nur die 1 e t z t e n Ziele unserer Religion. Sie sind die Ausführung von deren Lehren und Gedanken. Und ihre Verwirklichung liegt, wie diejenige aller kommenden Dinge allein in der Hand Gottes. Sie geben erhebende und stärkende Hofinungen auf eine lichte Zukunft und erhellen dadurch auch eine trübe Gegenwart. (Schluss folgt). Geschichte des yichizehngebets. Von Dr. I. Elbog*©!!. (Fortsetzung). Der Platz der neuen Benediction gegen die Minäer war durch das bereits bestehende Gebet vorgezeichnet, ihre natürliche Stelle fand sie hinter der Bitte um Bestrafung der Gottlosen (השיבה שופטינו s. oben S. 344). Dadurch trat sie vor jene andere für das Heil der Gerechten und der frommen Bekehrten und wurde besonders wirksam durch die Hervorhebung des Gegensatzes zwischen den vom Judentum abgefallenen Freidenkern und Christen und den Heiden, die gekommen waren und ständig kamen, um sich .unter den Fittichen des Gottes Israels zu bergen. Zu jener Zeit wurden wahrscheinlich noch andere Aenderungen vorgenommen, die durch die Zeitverhältnisse, die Zerstörung Jerusalems und das Aufhören des Opfer״ dienstes nahe gelegt waren; die Bitten für das Heil derbestehenden wurden durch solche um Aufbau der zerstörten Stadt und um "Wiederherstellung ihrer Heiligtümer ersetzt. Wahrscheinlich wurden auch damals allgemein gehaltene Stellen, wie die Bitte um Heilung der Kranken a. a. so umgewandelt, dass sie sich nunmehr ausschliesslich auf Israel bezogen. Nicht unmöglich ist es, dass damals erst die auf den messiänischen Sprössling des Hauses David bezügliche Stelle in die vierzehnte Benediction eingefügt wurde, um zu zeigen, dass das Judentum an dem alten Messiasglauben festhalte1). R. Gamliel liess auch die Tefiila einheitlich redigieren. Simon ha-Pikoli brachte vor. ihm, d. h. in seinem Aufträge ג) Joel, Blicke II, 93. Monatsschrift, 46. Jahrgang:. 27