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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1902) · p. Seite 357

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1902)
Article
Geschichte des Achtzehngebets
Date
1902-07-01
Page
Seite 357 (sequence 28)
Language
German
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357 Geschichte des •Achtzehngebets. der Christengemeinde fortdaure1). Angesichts einer so grossen Gefahr war die Erwähnung im Gebete gerechtfertigt, ja geboten. Dass R. Gamliel, wenn er einmal einen solchen Segensspruch in die Tefilia einführte, sogleich völlig reinen Tisch machen und alle Feinde der Religion damit treffen wollte, ist ebenfalls nicht ausgeschlossen2). In den ältesten Berichten schon begegnen wir in dieser Benediction auch den זדים, nach manchen Texten dem מלכות זדון. Es liegt nun nahe, darin das römische Reich wiederzufinden. Allein sicherlich wäre in der Zeit der Angeber und der Hadrianischen Yerfolgungen ein solches Gebet aufs schwerste bestraft und unterdrückt worden. Vielmehr werden wir in den זדים hier wie in den Psalmen eher religiös Untreue als politische Bedrücker zu erblicken haben3). Das Gebet gegen die Minäer sollte ein Prüfstein sein für die Gesinnung der Betenden und die Scheidung zwischen den Gläubigen und Abtrünnigen er־ leichtern4). 13 Ueber die Zeit des Barnabasbriefes am Anfang der Regierung Nerva’s, vgl. Ewald, Geschickte VII3, S. 162. 2) Man darf sich nicht durch die Formel כולל וכו׳ dazu verleiten lassen, an die Einfügung einer neuen Formel in eine alte bereits hestellende und gegen die Saddaeäer gerichtete Bene diction zu denken, wie Weiss, Loeb und Hoffmann thun, denn das besagt jene Formel nicht. Es heisst auch כולל של דוד בבונד, ירושלים. Wie wir aber oben bewiesen haben, hat eine besondere Formel für dieses Gehet früher nie existiert. 3) Ebenso erklärt Loeb; vgl. זדים parallel zu עשי רשעה in Mal. 315. 19 und öfter in Ps. 119. 4) שאם יהא בו צד .מינות קלל עצמו ועונין ההר,ל אמן Tanchuma ויר,רא ed. Buher' S. 2a. Durch diese Stelle bin ich von einem langjährigen Irrthum geheilt worden, den ich, da er nicht allzufern liegt und auch von Anderen getheilt wird, hier erörtern will. Es heisst jer. Ber. V4 (9 c) לכל אין מחזיריןאותו חוץ ממי שלא אמד מהיה המתים ומכניע זדים ובונה ירושלים אני אומר מי] הוא. Dass Christen nicht an die Auferstehung geglaubt hätten, ist schlechterdings unmöglich. Wenn demnach alle Kriterien des obigen Satzes sich auf ein und dieselben Häretiker beziehen, so können damit nur Samaritaner gemeint sein. Dass sie mit Juden zusammen beteten, geht aus Ber. VIII8, und dass man die oben bezeichneten Ketzereien an ihnen tadelte, aus Mas. Kutim, Ende, hervor. Nun ist aber das Verhältniss zwischen Samaritanern und Juden damals kein so feindliches, dass es den Hass rechtfertigen würde. Darum dachte ich daran, dass durch die sicher auch in jüdischen Kreisen nicht uhbekannte Verhöhnung des Paulus als Simon Magus und seiner Gefolgschaft als Samaritaner.eine Verwechslung zwischen Christen und Sa־ mai’itanern vorübergehend vorgekommen sei. Indess ist die Losung der ganzen Frage sehr einfach. Aus dem angeführten Midrasch ergiebtsich, dass nicht etwa dieselbe Person sich zii all jenen Häresien bekennen

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