Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1902)
- Article
- Geschichte des Achtzehngebets
- Date
- 1902-07-01
- Page
- Seite 330 (sequence 1)
- Language
- German
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330 Geschichte des Aehtzehngehets. geschickte des jfcktzehngebets. Von Dr. I. JElbOg׳e11. . Das Achtzehngebet ist ein Zweig desjenigen liturgischen Stückes, das vermöge seines ausgezeichneten Inhalts und l seiner hervorragenden Stellung im Gottesdienst den Namen תפלה, d. h. Gebet■ *oct’ ztoyjnv, erhalten hat. Seine Anfänge reichen soweit zurück, wie das öffentliche jüdische Gebet sich überhaupt verfolgen lässt. Eine Geschichte des Achtzehngebets hat daher die ganze uns bekannte Entwickelungszeit der jüdischen Liturgie zu berücksichtigen. Die Darstellung derselben zerfällt sachlich in zwei Teile, einen allgemeinen und einen speciellen. Der s p e c i e l 1 e — er sei als der einfachere hier zunächst skizziert — hat es mit der Geschichte der einzelnen Benedictionen zu thun. In ihm sind die Veränderungen, welche Inhalt und Text derselben im Laufe der Entwickelung erfahren haben, zu behandeln, ist das Alter aller Einfügungen und Abkürzungen nachzuweisen, sowie die Herausbildung unserer heutigen Formeln aus den ersten Anfängen des Gebets darzustelien. Den Gegenstand des allgemeinen Theils bildet die Geschichte des Gebets als Ganzes, Das Achtzehngebet ist nicht mit einem Male fertig entstanden, sondern es hat eine Jahrhunderte lange Entwicklung durchgemacht, bis die jetzige Zahl seiner Benedictionen ausgebildet; und festgestellt wurde. Hat die Dar- Stellung seiner Geschichte zunächst diesen Werdeprozess zu verfolgen, so muss sie sich andererseits mit den Einschaltungen beschäftigen, welche für besondere Gelegenheiten geboten waren, sowie auch die Abkürzungen berücksichtigen, welche ausnahmsweise gestattet wurden. Das Achtzehngebet ist ferner im Laufe der Zeiten in verschiedentlicher Weise für den öffentlichen und den privaten Gottesdienst verwendet worden, und gar manche seiner Eigentümlichkeiten sind in der Art seiner Verwendung begründet. Endlich hat auch die Dreizahl der täglichen Gebete nicht ursprünglich festgestanden. Die Meinungen über die Verbindlichkeit dieser Zahl haben im Laufe der Zeiten gewechselt und auf die Ausbildung des Gebets Einfluss geübt. Kann die Geschichte des Achtzehngebets die zuletzt genannten beiden Punkte auch nicht erschöpfend behandeln, so muss sie sie doch wenigstens, soweit es erforderlich ist, vorübergehend berühren und ihre Consequenzen nachweisen.