Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1902)
- Article
- Purim und Parodie
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 280 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Purim und Parodie. 280 tage Keroba, :nicht aber die 3 Feste (S. 80). Eine Handsehr. hat für Purim hinter אטל ורבך noch 4 die Erzählung fortsetzende Wummern (S. 81). Aus diesen allgemeinen dürftigen Nachrichten des Meisters auf diesem Gebiete ergiebt sich, dass die Hymnen für Purim keine Rolle in. der Geschichte der Liturgie spielen, wahrscheinlich weil sie in freierer Weise Eingang fanden. Wenn aber die hier nachzuweisende Zahl der erhaltenen Hymnen — die schwerlich der Vollständigkeit nahe kommt — überraschen sollte, so wird man daraus schliessen dürfen, dass die Mehrzahl von ״Amateuren״ herrührt und zu den Festvergnügungen selbst gehörte- (Fortsetzung folgt). Besprechungen. טל)רא כפשלטו Scholien und kritische Bemerkungen zu den heiligen Schriften der Hebräer. Dritter Theil. Die Propheten. Yon Arnold B. Ehrlich. Berlin, M. Poppelauer. 1901, 518 SS. 8. In rascher Folge sind von Arnold B. Ehrlich’s ״Scholien und kritischen Bemerkungen“ zu den biblischen Büchern drei stattliche Bände an die Oeffentlichkeit gelangt. Nachdem im Jahre 1899 der erste, den Pentateuch betreffende Band, 1900 der über die ״prosaischen Schriften“ (Erste Propheten, Ruth, Esra und Nehemia, Chronik) erschienen war, liegt nun der dritte Band toi*, der ausser den prophetischen Schriften auch das Buch Daniel behandelt. Mit dem in nahe Aussicht gestellten vierten Bande, über die poetischen Schriften, wird das Werk vollendet sein, das man als die bedeutendste Leistung bezeichnen darf, welche die jüdische Litteratur seit langer Zeit auf dem Gebiete der Bibelexegese hervorgebracht hat. Schon vermöge seines Sp r a chgewandes verdient Ehrlichs Werk besondere Aufmerksamkeit. Es ist reines und elegantes Hebräisch, dessen Klarheit nur selten durch epigrammatische Wendungen oder durch neugebildete oder in ungewohnter Bedeutung angewendete Ausdrücke beeinträchtigt wird. So wird die Lectüre des Werkes den Freunden eines guten hebräischen Styles auch dort Genuss darbieten können, wo sie sich mit den Ausführungen des Verfassers in Widersprach wissen. Aber nicht bloss durch seine Sprache, sondern auch vermöge seiner Form reiht sich unser Werk den Erzeugnissen der Schriften der alten jüdischen Bibelerklärer an. Ohne Einleitungen, ohne zusammen־ hängende Erörterungen des Inhaltes der biblischen Abschnitte, begleiten Ehrlich"s Scholien den Text von Vers zu Vers und von Buch zu Buch, und nur hie und da werden meist kurze Excurse allgemeinen Inhaltes den Bemerkungen zu einzelnen Versen eingefügt. Thatsächlich will der Verfasser auch keinen zusammenhängenden vollständigen Commentar zu den biblischen Büchern Bieten, sondern er begnügt sich damit, solche Stellen, an denen er eine neue, von der gewöhnlichen Auffassung abweichende Erklärung bieten zu können meint, zu besprechen und nach seiner eigenen, selbstständigen Auffassung zu erklären. Weil aber unserem