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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1902) · p. Seite 206

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1902)
Article
Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
Date
1902-05-01
Page
Seite 206 (sequence 1)
Language
German
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206 Di0 Wiederherstellung. Israels■ unter den Ackämeniden, Sie Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden. Van Sigmund Jampel. (Fortsetzung). III. Die Wiederherstellung der jüdischen Gemeinde unter den Achämeniden. Esra c. I. Der Bericht von Esra c. I ist von sämmtliehen neuern Exegeten, mit Ausnahme von X i k e 1 (Wiederherst. 1900) S e i s e n b e r g e r (bei Schäfer im B. C. 1901) und zum Theil auch Öttli (bei Strack-Zöckler im B. 0.) als chronistische Dichtung angesehen worden. Yon denjenigen Gelehrten die überhaupt eine Rückkehr unter Kyros nicht als historisch gelten lassen wollen, wie z. B. Marquard Kosters, G uth e, T orry und Erdmann^ ist dies nicht unbegreiflich. Dass aber auch Forscher, für welche die Rückkehr unter Kyros eine nicht wegzudisputierende Thatsache ist, Esra c. I in das Bereich der Fabel verweisen möchten, ist wirklich erstaunlich. Fragt man nun nach der Ursache dieser Erscheinung, so ergiebt sich bei den Meisten als das Hauptmotiv für die Verwerfung die ״judaisierende Yor- Stellung״ oder die ״jüdische Phantasie“ die hier besonders zum Ausdruck kommen soll, indem der Chronist, — wie z. B. Berthplet (in Marti’s B. C. 1902) meint — auf Grund der deut^ojesajanischen Stellen 41, 25. 44, 28. 45, 1, ff, ohne weiteres angenommen habe/Kyfos verehre in Jhwh geradezu seinen Gott, was auch Josephus (Anfc. XI. I 12) und die altern Ausleger meinten, und indem er Kyros dasselbe Interesse für den Tempelbau beilege, welches er selbst besitzt. Wenn wir nun auch das Motiv für die Jhwh-Freundlichkeit des Kyros bei Josephus a. a. O. — nämlich die Berufung der jüdischen Aeltesten Kyros gegenüber, auf die Weissagung Jesaia’s, — für eben so unhistorisch bezeichneu, wie dasjenige der Gelehrten, wie Xikel, Seisenberger u. a. A., die das jhwhfreundliche Vorgehen des Kyros als Folge des Einflusses Daniels ansehen, so sind wir doch überzeugt das der Inhalt von Esra c. 1, so sehr das Merkmal strenger Geschichtlichkeit bis in seine Einzelheiten trägt, dass wir denselben, wenn er uns hier nicht mitgeteilt worden wäre, schon aus den historischen Kyrosinschriften voll-

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