Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1902)
- Article
- Der Wormser Judenrath
- Date
- 1902-03-01
- Page
- Seite 170 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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170 Der Wormser Judenrath. 5. An den Selichot- und Busse-Tagen beehrt der Monatsvorsteher die Vorbeter mit dem Vortrage der Selichot, einen Tag diesen, einen andern Tag jenen, wie oben Kapitel (die Zahl fehlt) steht. So vertheilt der Monatsvorsteher auch das Vorbeten am Neujahr, Versöhnungstag, an den 3 Festtagen, beim Schacbarit- und Mussaf-Gebet, das Schofar-Blasen am Neujahr, und das Megilla-Vorlesen am Purim, wie du alles an seiner Stelle finden kannst. Nur an den 3 Festtagen kann er hierin nach seinem Gutdünken verfahren; aber betreffs des Neujahres, des Versöhnungstages, des Scholar und der Megilla muss er die Einwilligung der meisten Vorsteher einholen. Juspa’s Schilderung ist sehr mangelhaft. Wir vermissen in derselben jede Angabe über die Befugnisse und den Wirkungskreis des Wormser Judenraths. Doch bietet sie des Interessanten genug, um zu weiteren Forschungen über den Judenrath in Deutschland anzuregen. Zur (jeschichte der Juden in £nblin. Von Dr. LewinsKy. In seiner Autobiographie (מגלת ספר ed. Habana) berichtet1) Jacob Emden von Pseudo-Sendboten, die Vorgaben, von der Gemeinde Minsk abgesandt worden zu sein behufs Sammlung von Geldspenden, und denen es auf Grund gefälschter Documente gelungen war, im Sommer 5482 (1722) die jüdischen Gemeinden in Deutschland wie in London und Amsterdam zu brandschatzen. Dabei gedenkt er auch des Erscheinens von Sendboten, die in Wahrheit etliche Jahre vorher von der Gemeinde zu Lublin ausgeschickt worden und zu Beginn der Amtstätigkeit seines Vaters Chacham Zebi in Amsterdam, d. i. im Jahre 1710, daselbst eingetroffen waren. Ihnen hatte der neue Amsterdamer Rabbiner als