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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1902-03-01 · Heft 3-4 (März 1902) · p. Seite 141

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
46 (1902)
Issue
Heft 3-4 (März 1902)
Article
Die Vorlesungen Ad. Harnacks über das Wesen des Christenthums
Date
1902-03-01
Page
Seite 141 (sequence 23)
Language
German
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Die Vorlesungen Harnacks über das Wesen des Christenthums.!41 Grosse und Ausserordentliche an ihm hervorzuheben, mit sichtbarer TJeberraschung und fast widerwillig, aber immerhin verzeichnet er es. Doch auch diese vereinzelte und beschränkte Anerkennung hört auf, sowie er sich der Zeit der Entstehung des Christenthums nähert. Die Juden und ihre geistigen Führer, die Pharisäer und Schriftgelehrten, sind bereits verurtheilt, bevor uns etwas vom Auftreten Jesu berichtet wird. Ja ihre Verwerfung erstreckt sich selbst auf fast alle hebr. Berichte, die aus jener Zeit stammen. Dieselben werden nur gelegentlich einer geringschättzigen Bemerkung gewürdigt, im Uebrigen aber ignorirt; verwertbet werden fast ausschliesslich die griechisch geschriebenen Berichte des Josephus u. A. Die Folge ist ein Bild jüdischer Geschichte aus dieser Zeit, in der uns zwar alle Hof- und Skandalgeschichten des Königs Herodes und seiner Nachkommen in breitester Ausführlichkeit erzählt werden, aber nichts von den führenden Geistern, von den bedeutsamen Erscheinungen, nichts von einem Hillel und seinen Genossen, nichts von ihren Lehren und Zielen, wie sie in Lapidarschrift in den Sprüchen der Väter gezeichnet und in den andern, im Talmud erhaltenen Ueberlieferungen uns berichtet werden, nichts, das auch nur etwas ahnen liesse, von dem, was schön, freudig und erhebend war im Leben der Juden in jenen Jahren trotz aller politischen Bedrängnisse. (Fortsetzung folgt). Zur frage 9er Echtheit von Sunasch’s Kritik gegen SaaDia• Von Dr. Portes. Eppenstein hat in dem laufenden Jahrgang dieser Monatsschrift, S. 62 ff in seinen Studien über Dunasch’s Kritik gegen Saadia zu beweisen versucht, dass meine gegen die Autorschaft Dunasch’s in dem Gedenkbuch zur Erinnerung an D. Kaufmann S. 245—259 geltend gemachten Einwände nicht stichhältig seien. Mit grossem Interesse bin ich seinen Ausführungen gefolgt, die jedoch mein philologisches Gewissen weder zu befriedigen noch zu überzeugen vermochten. Ich erwiedere nunmehr der Reihe nach auf E/s Auseinander- Setzungen.

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