Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 46 (1902)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1902)
- Article
- Die Wiederherstellung Israels unter den Achämeniden
- Date
- 1902-03-01
- Page
- Seite 118 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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118 Die Wiederherstellung Israels unter den Achänieniden. mehr darin, dass unsere Bücher im Kanon vor die Chronik: zu stehen kommen, ein gewisses Uebergewicht für die Annähme der Nichtidentität beider Yerfasser, Auch Nägelsbacli: (REPT. Y zu Esra) bestreitet die Identität aufs Entschiedenste. Wir haben unsererseits nur ein einziges Moment finden können, welches die Identität unseres Yerfassers mit dem Chronisten, mit Evidenz beweisen könnte. Das ist das Var copulativum am Beginne des Esrabuches ״ובשנת״, da wir sonst keine Analogie in der Bibel dafür haben, dass eine selbstständige Erzählung mit einem solchen Waw eingeleitet würde. NägelsbacK 8 Yersnch, diese Schwierigkeit hinwegzudisputieren, ist ein verfehlter. Für uns beweist dieses Wort vielmehr zwingend den ursprünglichen Zusammenhang mit der Chronik. Natürlich erfordert dies jedoch nur die Zuerkennung des ersten׳Theiles des Esrabuches an den Chronisten wie wir oben bereits dargelegt haben. Hiermit stimmt beiläufig auch die Thatsache überein, dass fast sämmtliche Wortanalogieen zwischen Esra, Neh. und der Chronik — so״ weit man auf dieses Yerfahren überhaupt Gewicht legen kann — sich nur auf Esra I—III beschränken. Was die Originalsprache der aramäischen Documente anbetrifft^so hat schon Meyer (Entstehung, S. 14) nachgewiesen, dass die aramäische Sprache in der Zeit der Achämenidenherrschaft ebenso als Hof- und Kanzleisprache ge-״ bräuchlich war wie die Persische. Neuerdings will Feitelowitz (Arisches im A. T., 1901) nachweisen, dass'die Originalspräche der Documente die persische gewesen sei. Für unsere historische Untersuchung ist dies ganz einerlei. So wären - denn, wenn unsere Aufstellung über die Entstehung der Bücher richtig ist, sämmtliche Schwierigkeiten,, denen wir im Laufe dieser Untersuchung begegnet sind, beseitigt. Die Structur der beiden Bücher bleibt dann so bestehen, wie sie der biblische Text heute darbietet; die Berichte folgen regelrecht aufeinander, selbstverständlich soweit sie nicht von vornherein defect waren, da natürlich der Compilator^wo seine Quellen versiegten, die Lücken offen lassen musste. Ueber den historischen Werth sämmtlicher Berichte und über denjenigen der Ergänzungen der verschiedenen Compilatoren soll nun in den folgenden Kapiteln iim Einzelnen gehandelt werden. (Forts, folgt.)