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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1901-01-01 · Heft 5 · p. Seite 571

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
45 (1901)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1901-01-01
Page
Seite 571 (sequence 3)
Language
German
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Besprechungen. 571 mitisch anzuerkennen sei. So besitzt das Altarabische ausser den meisten feinen Unterscheidungen benachbarter Artikulationen (wie z. B. doppeltes ח und doppeltes ע) noch ursprüngliche Diphthonge, eine fast vollständige Unversehrtheit des Spiritus lenis, eine weitreichende Selbstbewahrung A7 0n u-w gegenüber i-j, vocalisehe Auslaute bei der 3, Person sing, masc. perl und imperf. (qatalas jaqtulu), eine ausgedehnte Beachtung des Duals, den weitesten Gebrauch der Modi und der Casusendungen usw. Die anderen semitischen Sprachen haben manche dieser Züge bewahrt, aber doch viel Primitives eingebüsst. Der Yerfasser geht wie gesagt alle diese Sprachen durch, wir aber beschränken uns auf das Hebräische, das uns hier am meisten interessirt. Hier haben z. B.״ die Kehllaute ihre Spuren nur wenig eingebüsst, aber u-w ist in grossem Umfange zu i-j erleichtert (trotzdem u-w als erster und dritter Stammconsonant noch oft vorkommt). Ebenso sind die Diphthonge vereinfacht, die Vocaltöne am Auslaute verschwunden (vgl. z. B. und י0?נל gegenüber facala und jafcalu)7 das Dual beim Yerbura und die Casusendungen beim Nomen bis auf wenige Reste (vgl. z. B. חיתו ארץ I M. 1, 24; גנבתי רום ib. 31, 39 ns־w.) nicht mehr vorhanden usw. usw. Die historische Sprach־ erklärung in der hebräischen Grammatik hat also nach König von den in jedem Palle entsprechenden Formen des Altarabischen auszugehen und nicht umgekehrt. Diese Priorität des Arabischen, besonders vor dem Hebräischen, hat zuerst 8chultens ausgesprochen, und sie hat im Laufe der Zeit Anklang und auch Widerspruch gefunden. Trotzdem sie aber König jetzt auf neue Grundlagen stützt, wird sie doch noch lange die Herrschaft nicht erlangen. Man beachte besonders die wertvollen Ausführungen Nölcleke’s, die König selbst (p. 56) anführt. Nach Nöldeke ״hat das Arabische allerdings vieles treuer bewahrt, als die Schwestersprachen“, anderer־ seits aber ״hat es wieder eine grosse Anzahl von Bildungen nach einfachen Analogien durchgeführt“, so dass der grössere Reichtum des Arabischen zum Theil erst selbstständig erworben ist. Damit ist der positive Teil des Buches erschöpft. Es folgen nun ״negative Untersuchungen zur Geschichte der semitischen Sprachen“ (p. 57—121). So verneint zunächst König die Frage, ob nicht etwa das Altarabische den Typus des Ursemitiscben darstelle (p. 57—70). Dies ist unmöglich, weil auch diese Sprache trotz ihrer Priorität doch in viel־ fach er Hinsicht sich als secundär ei weist. So ist die Bildung des Causativs durch einen Spiritus asper, d. h. durch ein h (wie im Hebr. הפעיל) primärer als dureh ein a, wie es im Arabischen geschieht Caqtala), und zwar deshalb, weil dieser Stamm anderwärts auch durch ein Sibilant, der dem h näher steht, als dem <z, gebildet wird (so z. B. im Assyrischen suksud) usw. Weiter wird (p. 70—79), und mit Recht, die Theorie Hommels, der dem Assyrisch־Babylonischena als einem ostsemitischen Zweig, Syro-phönicisch־arabisch, als Westsemitisch, ent־ gegenstellt, widerlegt. Diese Theorie erweist sich schon dadurch als falsch, weil zwischen dem Assyrisch-Babylonischen und dem Phönicisch־ Hebräischen sich in vielfacher Hinsicht eine innere Beziehung wahmehmen lässt. So heisst ״ich“ im Assyr. 'anäku, im Phönicischen אנה (ebenso in den aram. Inschriften von Zengirli) und אנכי, im Hebr. אנכי (neben späterem אני), im Arab. dagegen ׳־anä und ähnlich im Syrischen ’ena. Nebenbei wird auch eine andere, sonderbare Theorie Hommel’s, nämlich ״dass die Hebräer in der Zeit zwischen Abraham und Josua einen rein arabischen Dialekt sprechen“ in einem besonderen ausführlichen Excurs (p. 79—95) zurückgewiese-n. — Weiter bespricht der Ve>rf. (p. 95—109) die Beziehungen des Arabischen zum Aramäischen. Er bekämpft zuerst

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