Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Memorbuch in Buttenwiesen
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 548 (sequence 9)
- Language
- German
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548 Das Memorbucli in Butten.wi.esen. טיראל (= Tyrol), מייסן(== Meissen), ־ מעהרן(= Mähren), ספדדא (== Spanien), עלזוז (= Eisass), ענג־ילאנדא (= England), פולין (= Polen), פורטיגאל (= Portugal), פיו־זם (= Böhmen), פייארן (— Bayern), סלאנדרן (=' Flandern), פידר זיא (= Federsee), ־ פראנלוין(= Franken), פרלבאנרא (— Provence)פר*יסן (= Preussen), צרפת (— Frankreich), ריימס (= Rhenus), ריעס (— Ries), שבניא (== Spanien), שלואבן (= Schwaben), שודייץ (== Schweiz), שלעזיא (= Schlesien). Den Schluss des Qrts- und Länder-Verzeichnisses bildet das bekannte Gehet, dass die Seelen derjenigen, die zur Heiligung des Gottesnamens fielen, gleich den Seelen Abrahams, Isaks und Jakob eine gnädige Aufnahme im Reiche der Seeligen finden mögen. Welcher Gemeinde das Memorbuch nrsprüngli eh gehörte, lässt sich hiernach mit Sicherheit nicht feststellen. Sicher ist nur, dass das Buch von vornherein nicht für die Gemeinde in Buttenwiesen angelegt worden ist. Buttenwiesen gehörte bis zum Jahre 1805 zur ehemaligen Markgrafschait Burgau, deren Landesherr zur Zeit, in welcher das Buch niedergeschrieben sein muss, Kaiser Karl Vl( (1711 —1740) gewesen ist. Eben so ist es zweifellos, dass unser Gedenkbuch sich zuerst im Besitze einer Gemeinde im ehemaligen Herzogthum Neuburg, meist als Pfalz-Neuburg bezeichnet, das an die Markgrafschaft Burgau gränzte, befunden hat. Die Juden in Pfalz-Neuburg wurden öfters verjagt, wie wir auch schon aus dem Text des Buches (oben S. 54) wissen. Eine allgemeine Austreibung erfolgte unter Pfalzgraf Philipp Wilhelm am 10. März 1671. Die Ausgewiesenen siedelten sich theils im burgauischen, fheils im benachbarten öttingischen Gebiet an. Höcbstätter Juden gründeten damals die ehemalige jüdische Gemeinde Deggingen, woselbst bis vor Kurzem Nachkommen dieser Emigranten mit dem Familie ti-Namen Höchsiätter gewohnt haben, die nun nach Nördlingen verzogen sind. Andere Juden aus Hochstätt sollen nach einer Ueberlieferung die alte Synagoge in Butten wiesen, die 1856 niedergerissen wurde, erbaut haben. Auf die Vertreibung von 1671 scheint sich nun die Notiz im Gebete für Ahron Oppenheim und Ascher b. Moses, die ״uns das Land Pfalz- Neuburg Wiedergaben״, zu beziehen. Vermuthlich erwirkten diese beiden Männer, dass sich gegen 1700 wieder Juden in Pfalz-Neuburg ansiedeln durften. Man kann dies daraus