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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1901-01-01 · Heft 5 · p. Seite 460

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
45 (1901)
Issue
Heft 5
Article
Leipziger Messgäste
Date
1901-01-01
Page
Seite 460 (sequence 1)
Language
German
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460 Leipziger Messgäste. Ccipziger Jtfessgäste. Von Dr. Max Freudentlial. Von der gewaltigen Rolle, welche in vergangenen Tagen die Leipziger Messe in der Geschichte des jüdischen Handels, wie auch des jüdischen Gemeindelehens gespielt hat, weiss selbst das heutige Geschlecht noch aus den Erzählungen der Väter und Grossväter. Die umfassenden und aufregenden Vorbereitungen zum Aufbruch, die lange und beschwerliche, sogar nicht immer einmal gefahrlose Fahrt in den mächtigen vollbepackten Planwagen, der rege, nicht blos geschäftliche, sondern auch geistige Anstausch im Zusammensein mit Glaubensbrüdern aus aller Herren Länder, das Wiedersehen mit den verschiedenen Anverwandten und Freunden, dann endlich wieder die langwierige Rückfahrt, der jubelnde Empfang in der Heimat, woselbst die ganze Judenschaft in sehnsüchtiger Erwartung der Rückkehr der Lieben harrte und nun nicht satt wurde, alle Neuigkeiten zu hören und alle Schätze anzustaunen, welche die Messfahrer mitbrachten; alle diese lebendigen Schilderungen einer nunmehr bereits völlig verblassten Zeit sind den meisten unter uns aus per• sönlichen Erinnerungen her noch so wohlbekannt, dass es ihrer Ausführung ins Einzelne hier nicht bedarf. Mit gesch ich tli eher Sicherheit lässt sich diese Bedeutung der Leipziger Messe für das jüdische Gemeinleben bis in die Zeiten nach dem dreissigjährigen Krieg zurückverfolgen, mit dessen Beendigung der völlig vernichtete Leipziger Messhandel allmählich einen ständig grösser werdenden Aufschwung nahm. In den Memoiren der Glückei von Hameln, welche in jene Tage zurückreichen, werden die Reisen aus den grösseren jüdischen Gemeinden nach Leipzig des Oefteren bereits wie eine selbstverständliche und allgemein übliche Einrichtung erwähnt1), und vom Jahre 1675 ab lässt sich auf Grund der *) Kaufmann, die Memoiren der Glückei von Hameln (Frankfurt 1896), Register S. LXVT unter Leipzig, lieber einige der daselbst genannten Leipziger Messgäste s. meinen Aufsatz ״Zum Jubiläum des ersten Talmuddrucks in Deutschland“, in dieser MS. 1898, S. 140. Für die Fest- Stellung der sonstigen von Glückei erwähnten Persönlichkeiten bieten die nachstehend genannten Messlisten zahlreiche Anhaltspunkte, ebenso für die Eruirung der von Glückei häufig bei ihren Erzählungen übergangenen Jahresdaten. Ihre eigene Familie figurirt nämlich gleichfalls in den Messlisten und zwar unter dem Fainiiienrufnamen ״Goldschmidt“, offenbar weil sie meist Juwelenliandel betrieb. Chajim Hameln, der Gatte dei׳

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