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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1901-01-01 · Heft 5 · p. Seite 454

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
45 (1901)
Issue
Heft 5
Article
Der "Jude" Aristoteles
Date
1901-01-01
Page
Seite 454 (sequence 2)
Language
German
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454 Der Jude Aristoteles. gewesen. Den Ursprung der Sage von Aristoteles' Judentum; hat 8. Schmied! zu erforschen gesucht1). Er kommt jedoch*, wie er gesteht, zu keinem befriedigenden Resultat und hofft, dass jemand, dem mehr literarische Hilfsmittel zu Gebote stehen, die Arbeit wieder aufnehmen werde. Seitdem hat sich meines Wissens nur J. Abrahams mit der Frage beschäftigt2), der alles, was in dieser Richtung über Aristoteles gefabelt wurde, zusammenstellt, ohne freilich dem Ursprung der Fabeleien genauer nachzugehen. Die Aristoteles-Legende erscheint in der jüdischen׳ Literatur in vierfacher Gestalt. 1) Aristoteles ist Heide. Alexander der Grosse setzt ihn in Jerusalem zum Schatzmeister ein, und hier findet er die Schriften Salomos, deren Inhalt er sich aneignet und als sein geistiges Eigentum veröffentlicht3). 2) Aristoteles ist Heide, widerruft aber infolge besserer Belehrung durch einen jüdischen Weisen4) — Manche nennen ihn Simon den Gerechten5) — seine bisherigen Irrtümer. 3) Aristoteles ist jüdischer Proselyt <4 •(6(גר צדק) Aristoteles ist ein geborener Jude7). Wie kam man dazu, den Stagiriten zum Juden zu stempeln? Da doch alle griechische Philosophie jüdischen Ursprungs sein sollte, so lag es nahe, gerade bei ihrem Hauptvertreter, dem Philosophen 7-a׳r’ sEoyviv, von vornherein ג) Woher ist die Sage entstanden, dass Aristoteles zum Jtidenthum übergetreten sei? (Monatsschrift IX, 1860, S. 98—101]. 2) Aristotle in Jewish philosophy (Mind XIII, 1888, p. 468—470). 3) M e 1 r A 1 d a b i שבילי אמונה c. 8. Sp. 107 c. Dieb (Plagiator) wird Aristoteles genannt von Joseph Caspi סי המוסר i. d. Sammelwerk טעם זקנים s. 51 und von J e 11 11 d a b. S a a d i a (Steinschneider.. Monatsschrift XXXII, 1883, S. 527). 4) Jochanan Ale m anno: (Steinschneider, Die hebrälsehen Uebersetzungen des Mittelalters, S. 243); Abraham b. E 1 i eser ha-Levi מאמר היהוד (ms.) (Steinschneider, Monatsschrift XXXIIr 1883, S. 144). 6) C h a j j im aus Briviesca עק חיים (handschr. Superkommentar zu Abraham ibnEsrasPentateuchkommemtar) (Neubauer, Israelitische Letterbode II, 1876/77, S. 85). Aus Chajim schöpft Gedalja ihn Jach ja. שלשלת הקבלה (ed. Zolkiew f. 83 b). J & s e p 11 b. S c he mtob: Kommentar zu Aristoteles’ Ethik, Vorrede (ms.) (S. Munk : Melanges/de Philosophie juive et arabe S. 249). Isaak Abravanel כחלת אבות zu Aboth 1, 2. 6) Asarja de Kossi מאור עינים ■c. 22 und G e d a 1 j a ihn J a c h j a a. a. 0. mit Berufung auf Joseph b. Schemtob (a. a, O.) und Abraham Farissol אברהם pD (ms.). י) Abrah am Bibago דרך אמונה Sp. 46 c.

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