Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Gelehrten von Cäsarea
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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302 Die Gelehrten von Caesarea , (;לבג.} דקיסלין). nach dem Tode Jehuda’s I. die Schule von Caesarea zum höchsten Ansehen erhob and die dauernde Bedeutüng der Stadt als eines Hauptsitzes der Schrift gelbhrsamkeit neben Tiberias und Sepphoris begrüiidete. Hoschaja’ s Vater, Chama, denjehuda I. sehr geschätzt hat (j. Nidda 49 d51, b. Nidda 14b) urid dessen Väter Bisa, der noch die Grösse des Enkels erlebte (Kethuboth 62b; Baba Bathra 59a)1), waren wohl ebenfalls in Caesarea ansässig gewesen. Die Schule Hoschaja’s, zu dessen Jüngern auch Jo c ha na n, der nachmalige grosse Lehrer von Tiberias, gehörte1, blühte zu derselben Zeit, in weicher Caesarea durch Origen es auch zu einem Mittelpunkte christlicher Gelehrsamkeit wurde. Von dem Verkehre zwischen Hoschaja arid Ori genes sind deutliche Spuren vorhanden2). Die zweite Blüthezeit der Schule in Caesarea wurde durch Abahu herbeigeführt, der zwar vor allem als Agadist hervorragend, aber auch als gefeierter und hochangesehener Gesetzeslehrer in Caesarea thätig war und schon zu Lebzeiten seines Lehrers Jochänan, besonders aber nach dem Tode desselben, die Residenzstadt des römischen Proconsuls zu dem mit Tiberias rivalisirenden Vororte des jüdischen Geisteslebens Palästina^ machte. Auch er stand, wie seinerzeit Hoschaja, in theils freundschaftlichen, theils polemischen Beziehungen zu den Vertretern des Christenthums in Caesarea3). Während des wol ein ganzes Jahr hundert umfassenden Zeitraumes, der seit dem Tode Abahus bis zum Ende der Amoräerepoche verfloss, behielt Caesarea seine Bedeutung als Sitz traditioneller Gelehrsamkeit, und dieser Zeitraum ist es, in welchem es in Tiberias üblich wurde, die Aussprüche der in Caesarea wirkenden Träger dieser Gelehrsamkeit unter dem Gesammt namen לבנן דקיסרין dem Gedächtnisse der Nachwelt zu über geben (s. Frankel, Mebo 5a). Aus der Mitte dieser Ge lehrten ragt jedoch auch eine Reihe von Männern hervor ג) S. Die Agada der palast. Amoräer I, 90. Ich habe daselbst, Anm. 4, die Stelle in j. Gittin 46a2 auf diesen Bisa, den Grossvater Hoscbaja’s bezogen. Jede eh ist dort ל׳ ביטא eorrnmpirt aus ל׳ כיסא (s. Prankel, Mebo 68 b), worüber weiter unten. 2) S. Die Agada der palast. Am. I, 92. 3) S. ib. II, 96 — Tachlifa aus Caesarea (ל׳ תחליפא קיסלייא ־>drr ל׳ ת׳ דמן ק סלי) ist wahrscheinlich identisch mit Tachlifa, dem Schwiegervater Abahu’s. S. die Ag. d, pal. Am. III, 625.