Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das Losen im Tempel zu Jerusalem
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 292 (sequence 1)
- Language
- German
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292 Das Losen (פייס) im Tempel zu: Jerusalem. 3as £osen (פייס ) im Cempel zu Serusalem. Von Dr. Moses Fried. (Breslau). ' Man kannoft die Bemerkung machen, dass gründliche Forscher in ihren Schriften mehr zu bieten pflegen, als der Titel ׳ der letzteren besagt; und zwar-kommt dies daher, weil sie auf dem Wege nach ihrem Ziele auch alles auf den S,eitenVegen Umherliegende sehr wohl beachten. .'.;J.-‘■■!pie9e."..'Wahrnehmung־' können wir ganz besonders in Za.ch. :^rankel’s Darke ha-Mischna machen : Weben der treffliehen Darstellung der Mischnalehrer und ihrer Lehrmethode, dfT Aufstellung des Planes, nach dem die Mischna angelegt wurde, uncl der gegebenen Anleitung, den Zusammenhang der einzelnen Miscbnajoth zu finden, neben dem Hinweis ferner auf die hohe Wichtigkeit der Tosefta, Mechilta, Sifra und Sifre für das Verständniss der Mischna, und anderen hochwichtigen Angaben, die sämmtlich dieses Werk als ״Einleitung in die Mischna“ charakterisieren, finden wir hier auch eine von Meisterhand gesammelte und gesichtete Menge von Mittheilungen über Sitten und Gebräuche (מנהגים, S. 66—68), resp. Einrichtungen und ihre Abänderungen (unter בראשונה, S. 138—142) die alle in der Mischna, Tosefta und den in beiden Tal müden angeführten Baraithot erhal״ ten sind. Wenn aber auch diese Sammlung nicht geradezu das Wesen einer ״Einleitung in die Mischna“ ausmacht, so fördert sie doch die Tendenz dieses Werkes in jeder Beziehung. Denn abgesehen von ihrer Bedeutung für die Geschichte der Halacha — wie Frankel selbst hervorhebt1) — leistet sie besonders den Jüngern der jüdischen Wissenschaft ausgezeichnete Dienste, indem sie denselben ein weites und grossentheils noch unbebautes Feld eröffnet, auf dem diese ihre Kraft versuchen können. FrankeFs Darke ha-Misclina bietet demnach den Eleven der jüdischen Wissenschaft — und an diese hat ja Frankel bei der Abfassung dieses Werkes vornehmlich gedacht2) — einen zweifachen Wutzen, indem er sie mit Quellen versieht und zugleich anleitet, damit sie nicht bei der Benützung des ihnen angegebenen Materiales auf eine falsche Fährte gerathen. ף A. a. 0. S. 66. 2) Vgl, das Vorwort z. Darke ha-M. S. IX.