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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1901-01-01 · Heft 3 · p. Seite 280

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
45 (1901)
Issue
Heft 3
Article
Frankels Einleitung in die Mischna
Date
1901-01-01
Page
Seite 280 (sequence 19)
Language
German
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280 Die Elte im biblischen Alterthum. sondern ein plastisches1) Meisterwerk aus ganz anderem Stoff; sie wird aus einer Rippe des Mannes gebaut und stellt somit die zur höchsten Vollendung entwickelte Form des Menschen dar. Man mag über die Schöpfungsgeschichte der Bibel wie immer denken, das steht ־wohl unerschütterlich fest, dass die heilige Schrift gleich an der Eingangspforte die Monogamie als die einzige, der Versittiichung des Mannes entsprechende, Form der ehelichen Gemeinschaft hinstellt. Auch die radicalste Bibelkritik wird es nicht bestreiten können, dass dem künstlerischen Schöpfer der biblischen Eva eine Frau zu Modell gestanden, welche als die Herrin des Hauses erscheint, die in alle von der Ehe ge־ währten Rechte mit dem Manne sich theiilt und von diesem nur insoweit beherrscht wird5 als sie In ihrer Keuschheit und Schamhaftigkeit das Verlangen nach dem Besitz des Mannes mit keinem Worte, mit keiner Geberde verräth2). Nach der Darstellung des biblischen Berichtes, haben die ersten Geschlechter in monogamischer Ehe gelebt; erst in der sechsten Generation nach Adam begegnen wir einer polygamischen Ehe3), Es geht eben abwärts mit der Sittlichkeit; die in Sinnlichkeit versunkenen Menschen treiben mit Macht der Sündfluth zu; es darf jedoch nicht übersehen werden* dass Noah, der Wohlgefallen in den xAugen Gottes gefunden, wieder nur eine Frau hat. Die Männer, welche die Bibel uns als Vor־ und Musterbilder vorführt, leben in der Regel in monogamischer Ehe; bei den wenigen4) 1l Der ästhetische Unterschied zwischen der Form des Mannes und jener des Weibes kann nicht kürzer, aber an eh nicht bezeichnende! ausgedrückt werden, als durch die zwei verba ויצר und ליבן (Gen. 2, 7. 22). Dass Adam schon früher unter den ihn umgebenden Lebewesen, freilich ohne jedweden Erfolg, nach einer Genossin sich umgesehen, besagen am deutlichsten die Worte (ibid. v. 23) ואת הפעם עצם מעצמי יוכשר מבשרי וכר 2) Man hat den Satz והוא ימשל בך Gen. 3, 16 h aus dem Zusammenhang herausgerissen und so den Mann zum tyrannischen Beherrscher des Weihes gemacht. In Wirklichkeit reicht die Herrschaft des Mannes über seine Frau nicht weiter, als sein Verlangen nach ihr, oder riehtiger als ihr Verlangen nach ihm, wie das mit den Worten ואל אשך תשוקתך והוא ימשל בך in einer kein weibliches Ohr verletzenden Weise deutlich genug ausgesprochen ist. 8) Lemech I hat zwei legitime Frauen, von beiden hat er Söhne, vgl. Gen. 4, 19—22 u. w. u. 4) Es sind im Ganzen drei, Ahraham, Jakob und Elkanah. Unter den פלכשים des ersten Patriarchen, von welchen Gen. 25, & gesprochen

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