Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Frankels Einleitung in die Mischna
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 277 (sequence 16)
- Language
- German
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Frankels Einleitung in die Mischna. 277 Frankels nennen, dass wir diesem unseren kochverehrten Lehrer wie Kinder ihrem Vater mit Herz und Hand ergeben sind. Ihm, der uns den Eifer für den Glauben Israels in die Brust gepflanzt, der für das Studium unserer heiligen Lehre, des schriftlichen wie des mündlichen Gesetzes, uns erwärmt, der auf die Bahn der religiösen und wissenschaftlichen Forschung uns gelenki, und, fern von Fanatismus wie von Zer- Störung sin st, mit rechtem Ernste die Spuren des Gottesgeistes in den Schriften 11 nsererWeisenuns aufgedeckt, —ihm nachzueifern wird unser Stre״ ben, ihm ähnlich zu werden unser Stolz sein.״ So viel über den eigenthümlicben manigfachen Eindruck, den das Buch seinerzeit hervorgerufen und nun noch wenige Worte über den Einfluss desselben. Zunächst war und blieb Darkhe ha־Mischna ein beliebtes Lehrbuch des Breslauer Seminars. Aber auch auf weitere Kreise erstreckte sich der Einfluss dieses Buches, und bedeutsame Folgen knüpften sich daran. Manches, was Frankel in seinem Werke bloss angedeutet, was er nur angekündigt hatte, wurde von ananderen durch werthvolle Specialarbeiten ausgeführt, vertieft und erweitert, manches was er da als Wunsch ausgesprochen, ging dann in Erfüllung. — Die textkritischen Arbeiten beganneo im Jahre 1862 durch Lebrecht und Rabbinowiez. Die Qaellenscheidung fand in Dr. Lewy, Frankel’s hervorragendstem Schüler in diesem Bereiche, ihren glänzendsten Vertreter. Die gleiche Balm schlugen Hoffmann, Schwarz und andere ein. Die Parallelquellen der Mischna Avurden kritisch ediert und zwar; durch Frankels Schüler Zuckermandel (nach der von Frankel erkannten Erfurter Handschrift) und Schwarz die Tosefta und durch Weiss und Friedmann die halachischen Midraschim, welch' letztere überdies von den Herausgebern sowie von Hollmann und anderen durchforscht und eingeleitet wurden, Im Jahre 1883 erschien die Cambridger Ausgabe der palästinensischen Mischna. Nicht nur die genannten, sondern auch die sonstigen!literarhistorischen Werke, die später über die mischnische Zeit erschienen, z. B. die Arbeiten von Weiss und Frankels Schüler Bacher beruhen wesentlich auf den Forschungen, die in Darkhe ha-Mischna angeregt sind. Jacob Brüll im Vorworte zu seiner 1876 erschienenen Einleitung in die Mischna, erklärt es