Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zacharias Frankel
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 253 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Zacharias!Frankel. Von ihm und über ihn. 253 fruchtbar bewiesen hat? Nicht bloss darin, dass seit ihrer Gründung mehrere ähnliche Anstalten entstanden sind, sondern auch durch die Heranbildung tüchtiger Männer, die an Anzahl die ־von Frankel erhoffte weit überschreiten, die als!Rabbiner und Bearbeiter der jüdischen Wissenschaft dem Juderithum zur Zierde gereichen, die den Juden wieder ein Rückgrat und ein Bewusstsein gegeben haben. Das ist, das Yerdienst seiner glänzenden Mitarbeiter in allen Ehren, wesentlich Frankels Werk. Er hat dem Judenthum seine Signatur aufgedrückt, er hat ihm neue Wege gewiesen, sich zu behaupten, zu bethätigen, und nicht bloss die seinen Spuren folgten, sondern auch diejenigen, welche andere Wege gingen, mussten an ihn anknüpfen, wenn auch nur, um ihn zu bekämpfen. Da ich als einer der ältesten Schüler des Seminars von der Gründung desselben an diesen ganzen Zeitraum miterlebt habe, so sei es mir gestattet, den gegenwärtigen kurzen Abriss von dem Leben und Wirken meines hochgeehrten, verewigten Lehrers mit einigen Yersen zu beschliessen, die ich im Jahre 1858 verfasst habe, und die wir Schüler auf einen Becher gravieren Hessen, den wir ihm damals zu Ehren seiner silbernen Hochzeit überreichten: ״Wie der Wein im Becher funkelt, Und erzeuget frisches Leben, Hast Du, was die Nacht verdunkelt, Mit erneutem Glanz umgeben, Man wird die schlechten Yerse pardonniren, aber die 43 Jahre, die seit ihrer Abfassung verlaufen sind, haben ihrea Inhalt bestätigt. Z. frankel’s Verdienste um 9ie Septuagtotaforsckung. Von Dr. L. Treitel. Bahnbrechend wie auch in anderen Sphären, ist Frankel auf dem Gebiet der Septuagintaforschung geworden mit der Auffassung, dass die Septuaginta mehr als ein XJebersetzungswerk ist, dass man in ihr zugleich ein religiöses Schriftwerk, ein theologisches Werk besitzt, in welchem wir Aufschlüsse finden müssen über den in religionsgeschichtlicher Beziehung dunkelsten Zeitraum jüdischer Geschichte, die Zeit vom Ab- Schluss des Bibelkanons bis zur Mischnaredaction, dort