Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Prager Notizen zur Biographie Zacharias Frankels
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 224 (sequence 12)
- Language
- German
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224 Prager Notizen zur Biographie Zacharias Frankels. Während man sich 1835, mehr yon Peter Beer und Dr. Wessely gedrängt, in einer sich ins endlose hinziehenden Un- , terhandhmg mit dem ״ausländischen Dr. Leopold Zunz^ (wie ihn das Guberaiutn nannte) befand, berief man zum 15. Februar 1835, dem Tage, an welchem die Altschul nach dreijährigem Processieren vom ״Magistrate“ dem Yerein für geregelten Gottesdienst feierlich übergehen wurde, als Pestredner den jungen Leitmeritzer Kreisrabbiner Dr. Z. Frankel aus Teplitz. Der Ton des Berufungsschreihens und des Zusagebriefes sticht wohlthuend von dem kaufmännisch-frostigen Geschacher in den Briefen an Zunz, die von derselben Stelle zur selben Zeit geschrieben wurde□, ab, so dass wir das Urtheil des kühnen, aber höchst unpraktischen Zunz, der Prag in seinem Unmuthe sogar als עיר הנדחת bezeichnet, denn doch als ein (wenigstens über den Kreis derer, die sich hier um ihn, wie um jeden neuan gekommenen Prediger, drängten hinaus) nicht zutreffendes bezeichnen müssen. . Wir schwächen daher durch Mittheilung der Briefe, die wegen Uebernahme der ״W idmuDgsrede“ zwischen dem Vorstande des ״Vereins für geregelten Gottesdienst der Israliten“ nnd Dr. Z. Frankel gewechselt wurden, gewiss den höchst peinlichen Eindruck einigenmassen ab, den der Briefwechsel der im Namen des Vorstandes mit Zunz unterhandelnden Personen, wie er hei Maybaum a.. a. Cb abgedruckt ist, auf den Leser macht. Die Briefe befinden sich im Archive des Tempels und lauten wortgetreu; A. Euer Ehrwürden! Dem ersten Rabbiner, der in Böhmen seine Aufmerksamkeit auf die Verbesserung des israelitischen Cultus ge-; richtet und mit erfolgreicher Thätigkeit in seiner Gemeinde einen veredelten, zeitgemässen Gottesdienst eingeführt hat, dem gehört mit :Recht die Auszeichnung, in Prag, wo die erste Gemeinde -Deutschlands am Nationalfesttage des allerhöchsten Geburtstages Sr. k. k. Majestät unseres angebeteten Monarchen, die Altsynagoge dem geregelten Gottesdienste widmet, mit dieser Function beehrt zu werden. Prag ist die Vaterstadt Ew. Ehrwürden, die Gemeinde zählt Sie unter ihre würdigsten Mitglieder, und der Verein,