Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Prager Notizen zur Biographie Zacharias Frankels
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 220 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829753-2829757-2883319--30670-2883371- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
220 Prager Notizen zur Biograpeie Zacharias Frankels. J ahren von röthlich-blobdem Kopf- und Barthaar eingerahmt war. Er trug bis an sein Lebensende (20. October 1850 =18 ־. Cheschwan 5611) die alte Tracht des achtzehnten •Jahrhunderts: Schnallenschuhe, seidene hohe Strümpfe, sammtene Kniehosen, Wams mit Jabot und an Samstagen den dreieckigen Hut. Ueber seine seltene talmudische Belesenheit giebt uns sein. Grabstein Auskunft, dessen Inschrift ebenso wie die auf dem Grabstein seiner Frau Esther zweifellos von dem Lieblingssohne Zacharias verfasst ist. Dass darin dieser Sohn selbst erwähnt ist, ein sonst ganz ungewöhnlicher Umstand, war zweifellos der W unsch des seinen Söhn als eine Zierde seines Hauses und seiner Gemeinde hochverehrenden Vaters. Wir lassen die beiden Grabschriften unten folgen. Die beiden Grossväter Z. Frankels, Bermann Frankels und Löb Fischeis, die beide auf ihren Grabsteinen als tüchtige Gelehrte bezeichnet werden, genossen in Prag grosses Ansehen. Löb Fischeis, der nach damaliger Sitte an einer hochangesehenen Jeschiba in seinem Hause, als Hachfolger seines berühmten Vaters Maier Fischel, Talmudvorträge hielt, war mittelbar der Lehrer Frankels, denn dieser sass zu den Füssen Bezalel Bonsburg’s,1) welcher ein תלמיד מובהק und Jeschiba-Nachfolger ß. Lob Fischeis war und in dessen Hamen viel in Wort und Schrift, namentlich in seinem ungedruckten Werke פתחי נדה tradierte. So kam es, dass Zacharias Frankel in seinen talmudischen Vorlesungen am jüdisch-theologischen Seminar 1) Er nahm 1786 bei der officiellen Namensertheilung der Juden den Namen Daniel Bezallel ßosenbaum (die Initialien ר׳ ב׳ in beiden Namen gleich) an, blieb aber weiter nur unter seinem altem. Namen bekannt. Er war 1760 geboren u. staib 25. September 1820. Er war, wie bemerkt, der Nachfolger B. Löb FischPs an der Spitze der Jeschiba u. der Talmudlehrer Frankels, der in seinen Vorträgen meist die mit den Hagaboth, dieses seines Lehrers versehene Octav-Ausgäbe des Talmud (Prag 1889) vor sich hatte. Von den Publikationen Bonsberg’s ist ,הורה נדד noch zu seinen Lebzeiten u. מעשה לב postum von seinem Schwiegersöhne KLienberg veröffentlicht. Sein Hauptwerk 665) פתחי נדה S.), das zum grössten Theile Novellen Meier und Löb Fisch eis enthält, liegt, während ich dies schreibe, handschriftlich vor mir. Ebenso schrieb er [שיחת חולי.